Landratswahl in 2020

Dieser Hamminkelner will für die SPD ins Weseler Kreishaus

Dr. Peter Paic ist SPD-Landratskandidat für den Kreis Wesel und war zu Gast in der NRZ-Redaktion

Dr. Peter Paic ist SPD-Landratskandidat für den Kreis Wesel und war zu Gast in der NRZ-Redaktion

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Es kam für viele überraschend, dass Ansgar Müller nicht mehr als Landrat antritt. Den neuen Kandidaten Peter Paic hatten wenige auf der Liste.

Dr. Peter Paic will Nachfolger von Dr. Ansgar Müller als Landrat des Kreises Wesel werden. Der Sozialdemokrat aus Hamminkeln stellt sich im September 2020 zur Wahl. Doch wer ist der Mann, der antritt die Bürger im Kreis Wesel zu vertreten? Die NRZ hat sich mit dem SPD-Kandidaten unterhalten.

Peter Paic ist 51 Jahre alt, kommt aus Dinslaken und ist „begeistert zugezogener Marienthaler“. Doch seine Jugend in Dinslaken hat ihn geprägt. Dort spielte er lange Jahre Fußball. „Am liebsten Jugend, Senioren und Alte Herren direkt hintereinander jeden Tag“, was natürlich nicht ging, aber seine Begeisterung für das Kicken ausdrückt. Nur, dass die Knie nicht mehr mitmachen. Also verfolgt er den runden Ball als Zuschauer. Der MSV Duisburg ist sein Verein und das zeigt, dass der Mann durchaus leidensfähig ist, kein Schön-Wetter-Fan.

Karriere in der Gewerkschaft wäre möglich gewesen

Nach der Schule arbeitete Paic im Bergbau, lernte Betriebsschlosser und malochte fünf Jahre unter Tage. Das prägt, findet er selbst: „Das war war so ein Zusammenhalt.“ Durch den Bergbau kam er an seine erste eigene Wohnung. Kumpel, die er gar nicht kannte, halfen beim Tapezieren.

Und natürlich trat der junge Peter erst in die Gewerkschaft und am 1. März 1987 in die SPD ein, Brigitte und Willi Banning, erinnert er sich sofort, holten ihn in die Partei. Schulsprecher in der Berufsschule, Jugendsekretär, eigentlich wie gemacht für eine Karriere als Betriebsrat oder auch Gewerkschaftssekretär. Aber Paic sah auch, dass der Bergbau langsam aber sicher den Bach runter gehen würde: „Da war mir klar, da ist noch mehr im Leben“.

Und dann war da noch die Möglichkeit, an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg Betriebswirtschaft zu studieren. Das lockte ihn, auch wenn es, wie er sagt, ein „harter Schritt“ war, denn er hatte ja gutes Geld verdient, ein eigenes Auto, eine eigene Wohnung gehabt. Aber Paic ging in den hohen Norden, erlebte direkt den Aufstieg von St. Pauli. Kein schlechter Einstieg in der neuen Stadt.

Eigentlich wollte Paic sich auf die neue Stelle konzentrieren

Das Studium lief, der Abschluss kam. Ebenso wie ein Anruf von der Allianz in Stuttgart, die ihn in einem Trainee-Programm haben wollte. Kein halbes Jahr später, wieder ein Anruf. Diesmal der Gerling-Konzern in Köln, der eine Internetfirma gründen und Paic dabei haben wollte. Es ging steil nach oben, aber auch wieder nach unten, als die Internetblase platzte. Gerade als es wieder aufwärts ging, kam der nächste Anruf. Eine Promotionsstelle in Lüneburg war frei. Also wieder die Koffer gepackt, geforscht und mit dem Thema „Gründungaktivität der freien Berufe“ promoviert.

Im März 2006 dann der Wechsel zum damaligen Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, dort auf diversen Positionen während diverser Umstrukturierungen. bis Paic nun zum 1. November Leiter des Kundenmanagements IT NRW mit 50 Mitarbeitern geworden ist. Da wollte Paic jetzt eigentlich erst einmal weitermachen.

Geplant war der Wechsel zu diesem Zeitpunkt nicht

Aber – und das scheint sich durch das Leben von Peter Paic zu ziehen – es kam ein Anruf. Ob er nicht als Nachfolger von Ansgar Müller als Landratskandidat antreten wolle? Auch, wenn Paic immer gedacht hatte, später in der Partei noch einmal zuzulegen: „Man lässt sich ja nicht ohne Grund in den Kreisvorstand wählen.“ Geplant hatte der Marienthaler den Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Aber es kam halt wieder einer dieser berühmt-berüchtigten Anrufe, die nie geplant waren. Wer kann da schon nein sagen...

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