Dorfentwicklung

CDU: Hotelareal in Wesel-Büderich soll neu bebaut werden

Michael Nabbefeld, Jürgen Linz und Andreas Üffing (von links) vor dem leerstehenden Hotel Bürick an der Venloer Straße.  

Michael Nabbefeld, Jürgen Linz und Andreas Üffing (von links) vor dem leerstehenden Hotel Bürick an der Venloer Straße.  

Foto: P.H.

Wesel.  Vielen ist das seit vielen Jahren leer stehende Hotel Bürick an der Venloer Straße ein Dorn im Auge, genauso wie der Platanengrill.

Die Büdericher sind es offenbar leid. Egal von welcher Seite sie in ihr Dorf fahren, der Anblick ist kein schöner. An dem teils abgebrannten Haus, in dem sich an der Weseler Straße einst der Platanengrill befand, tut sich nichts. Vor ein paar Wochen wurde zwar der Dachstuhl entfernt, der Gehweg ist aber weiter in Teilen abgesperrt. Noch viel länger dauert der unerquickliche Zustand rund um das ehemalige Hotel Bürick an der Venloer Straße an. Die Natur hat sich längst Teile des Areals zurückerobert, die Gebäude verfallen weiter.

Bauverein und Sparkasse sind gefragt

„Es verkommt alles“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Linz, der zum Ortstermin eingeladen hat. Sein Vorschlag: Der Bauverein Wesel und die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe könnten an beiden Stellen aktiv werden und dringend benötigten Wohnraum schaffen. Für ihn und seine Parteikollegen Michael Nabbefeld und Andreas Üffing steht nämlich fest, dass die Eigentümer beider Immobilien anscheinend nur wenig Interesse an ihren Objekten haben. Deshalb soll die Stadt aktiv werden. Für beide Areale komme nur der Abriss in Frage. Am Platanengrill wäre so eine Möglichkeit, mindestens vier Wohnungen zu schaffen. Auf dem Hotelgelände schweben den Büdericher Christdemokraten Ein- und Zweifamilienhäuser vor. „Da könnte man ein richtiges Neubaugebiet schaffen“, sagt Nabbefeld und Linz ergänzt: „Das ist brach liegendes Gelände, es müssten keine Flächen neu versiegelt werden.“ Und er ist sich sicher: „Das würde auch den Büderichern gefallen.“

Andreas Üffing bestätigt, dass einige in seinem Alter schon weggezogen seien, weil sie keine entsprechende Immobilie für sich und ihre vielleicht noch zu gründende Familie gefunden hätten. Dabei sei es dringend gewünscht, dass die Menschen im Polderdorf bleiben, ja gern auch noch welche herziehen. „Wir haben ja noch alles im Ort“, freut sich Üffing und zählt Schule, Kindergarten, Apotheke, Lebensmittelgeschäft und anderes mehr auf.

Einen entsprechenden Antrag hat die CDU am Freitag an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp geschickt. Darin wird um den Erwerb der Grundstücke gebeten, um anschließend – gern auch öffentlich geförderten Wohnraum – zu schaffen.

Riesiges Areal

Wie groß das Gelände des früheren Hotel- und Restaurantbetriebs Bürick ist, vermögen die Politiker nicht zu sagen. Doch auf dem Grund steht nicht nur das Hotel im hinteren Bereich, sondern auch noch der einst nur oben als Hotel und unten als Restaurant beziehungsweise Diskothek genutzte Komplex direkt an der Venloer Straße. Dazwischen ist neben zwei Garagen eine Badminton-Halle, die ebenfalls schon bessere Tage gesehen hat – von den Parkplätzen drumherum ganz zu schweigen.

Blick zurück

Wer einen Blick durch die Fenster der Bürick-Gebäude wirft, entdeckt noch gedeckte Tische, aber auch einen sehr alten Eingangsbereich. Denn die Geschichte geht weit zurück, sagen die Büdericher Christdemokraten. In den 50er Jahren gab es hier die Gaststätte Zum Goldenen Fuchs, erklärt Linz, der genauso wie Michael Nabbefeld gern das im Hotel gelegene Schwimmbad genutzt hat. Eine D-Mark soll der Eintritt gekostet haben. Heute kann die Karte der letzten Betreiber studiert werden. Für je 2,50 Euro gab es einen Hirtensalat oder eine Linsensuppe, für je einen Euro eine Tasse Kaffee oder ein Mineralwasser.

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