Wirtschaft und Corona

Corona: Bonita-Mutter Tom Tailor setzt auf Staatshilfen

Die Hamminkelner Bekleidungsfirma Bonita schreibt weiter rote Zahlen. Die Mutter Tom Tailor will Staatshilfen beantragen.

Die Hamminkelner Bekleidungsfirma Bonita schreibt weiter rote Zahlen. Die Mutter Tom Tailor will Staatshilfen beantragen.

Foto: Erwin Pottgiesser

Hamminkeln/Hamburg  Die Hamminkelner Tochter Bonita fährt weitere Verluste ein. Die Hamburger Mutter hat fast alle Filialen in den europäischen Märkten geschlossen

Die Hamburger Modekette Tom Tailor, zu der auch das Hamminkelner Unternehmen Bonita gehört setzt in der Corona-Krise angesichts eines "signifikanten" Umsatz- und Ertragsrückgangs sowie "erheblicher Finanzierungsrisiken" auf staatliche Hilfen.

Die Hamminkelner Tochter Bonita verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 erwartungsgemäß einen Umsatzrückgang, "der pro Quartal allerdings deutlich reduziert werden konnte", schreibt das Unternehmen. Insgesamt sank der Umsatz von 225,7 Millionen Euro im Vorjahr um 19 Prozent auf 182,8 Millionen Euro. Ausschlaggebend für den Umsatzrückgang seien geplante Filialschliessungen sowie eine zu starke Verjüngung der Kollektionen gewesen.

Kurzarbeit, Finanzprogramme und Steuerstundungen

Die Tom-Tailor-Gruppe will nun staatliche Unterstützungsprogramme in Anspruch nehmen, teilt das Unternehmen mit. Kurzarbeit, staatliche Finanzierungsprogramme und die Stundung von Steuerzahlungen gehören zu den Hilfen, die die Unternehmensgruppe beanspruchen will. In der Mitteilung verwies das Unternehmen auf das "Risiko der Nichteinhaltung von Kreditkennzahlen als auch das Risiko von Liquiditätsengpässen".

Erst im Herbst hatte sich Tom Tailor nach zähen Verhandlungen mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitsaktionär Fosun auf neue Kreditbedingungen geeinigt.
Die Marktbedingungen in fast allen relevanten Märkten der Gruppe hätten sich deutlich verschlechtert. "Aufgrund der Unsicherheit über die weitere Entwicklung in den Absatzmärkten sieht der Vorstand in der kurz- und mittelfristigen Liquiditätsplanung derzeit deutliche Planungsrisiken", hieß es weiter.

Filialen sind fast überall geschlossen

Vor dem Hintergrund habe die Gruppe die eigenen Filialen in den meisten europäischen Märkten bis auf Weiteres geschlossen. Auch das laufende Geschäft mit Großkunden sei durch die angeordneten Einschränkungen betroffen. Der Onlinehandel der Tom-Tailor-Gruppe und der Online-Großkunden sei aktuell nicht betroffen. "Bereits jetzt ist ein erheblicher Umsatz- und Ertragsrückgang im ersten Quartal 2020 zu verzeichnen", heißt es weiter.

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