Soziales

Betreutes Wohnen bald in Wesel an der Reeser Landstraße

Noch im Bau: das neue Haus mit zwölf Appartements an der Reeser Landstraße in Wesel.

Noch im Bau: das neue Haus mit zwölf Appartements an der Reeser Landstraße in Wesel.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Wesel.  Die künftigen Bewohner feierten zusammen mit dem Verein BetreuWo Wesel und Angehörigen das Richtfest. Einzug soll im Februar 2020 sein, heißt es.

Noch steht nur der Rohbau an der Reeser Landstraße gegenüber von Westnetz. Doch am Mittwoch kamen schon einmal einige, die hier im Februar nächsten Jahres einziehen werden. Der Verein BetreuWo Wesel feierte mit ihnen, den Angehörigen und den BetreuWo-Mitarbeitern das Richtfest. Gemeinsam wurde der Richtbaum bunt geschmückt, und es ging zu ersten Erkundungen durch das Haus, in dem zwölf Mieter mit Behinderungen unterschiedlicher Art bald heimisch werden.

Küche im Erdgeschoss

„Die meisten von ihnen sind Anfang 20“, sagt Nicole Schäpers, die das neue Wohnprojekt leiten wird. Es zieht aber auch eine Frau von Mitte 50 ein. Rollstuhlfahrer gehören ebenso dazu wie ein Autist, Menschen mit Down-Syndrom und welche mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen. Sie alle können hier in ihren eigenen vier Wänden leben, ohne auf Unterstützung durch den Verein BetreuWo zu verzichten. Wer möchte, kann zusammen mit den anderen etwas unternehmen, ein Gemeinschaftsraum mit Küche ist im Erdgeschoss. Schon jetzt gibt es Wohntreffs zum ersten Kennenlernen, erläutert Schäpers. Am Wochenende bestehe die Möglichkeit, zusammen zu kochen.

Rund um die Uhr wird ein Betreuer vor Ort sein: eine Früh- und eine Spätschicht sowie eine Nachtwache. Hinzu kommt ein Mitarbeiter in Bereitschaft, für den Fall, dass es jemandem nicht gut gehe.

Zusätzlich zur Vor-Ort-Betreuung gibt es für jeden Bewohner so genannte Hilfepläne, die – je nach Bedürfnis – sehr unterschiedlich sind. Der eine benötigt Unterstützung beim Einkauf, der andere dabei, das Appartement in Ordnung zu halten, wiederum andere beim Putzen. Auch ein ambulanter Pflegedienst kann in Anspruch genommen werden. All dies macht das Wohnen in dem neuen Haus attraktiv, genauso wie in den schon bestehenden Wohnprojekten an der Viktoriastraße, der Gelißstraße und der Doelenstraße.

Der Neubau an der Reeser Landstraße wird von Johannes Hütten aus Hamminkeln und Stefan Kunadt aus Rees errichtet, in enger Absprache mit BetreuWo. Die zwölf Appartements sind knapp 40 Quadratmeter groß, bekommen alle einen Balkon oder eine Terrasse, und ein Fahrstuhl wird selbstverständlich ebenfalls eingebaut. Im Sommer kann zusätzlich das Grundstück hinter dem Haus genutzt werden. Bislang, so erläutern die beiden Investoren, stand an dieser Stelle eine alte Stadtvilla. Sie wurde komplett abgerissen, nur ein Gartenhaus blieb übrig. Im November 2018 begannen dann die Arbeiten für den Bau mit dem grauen Verblender, der unmittelbar neben einem weiteren, ähnlich aussehenden Neubau entsteht.

BetreuWo bietet zudem auch so genannten Außenmietern seine Unterstützung an, die über das ganze Stadtgebiet verstreut leben, etwa in Lackhausen und der Innenstadt. Auch hier werden so genannte Hilfestunden ermittelt.

Insgesamt sei die Nachfrage nach derartigen Wohnmöglichkeiten sehr groß, weiß Nicole Schäpers. Die neuen Bewohner kommen dabei nicht nur aus Wesel, sondern etwa auch aus Dinslaken, Sonsbeck, Hünxe und Voerde.

Vorstand des Vereins ist Birgit Melchers. Die Heilpädagogin hat die pädagogische Leitung. Die kaufmännische Leitung übernahm am 1. Juli Marcus Röhrig, und Jürgen Lantermann ist Aufsichtsratsvorsitzender bei BetreuWo. Einer der Grundsätze des Vereins lautet: Wir wollen, dass jeder so lebt, wie er will. Im neuen Haus wird das möglich sein.

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