Brauchtum

Album verewigt Schützengeschichte von Schermbeck

Hans-Jörg Teske (links) und Hendrick Bienbeck, beide Vorstandsmitglieder, präsentieren das Fotoalbum der Kilianschützengilde Altschermbeck mit den Majestäten seit 1939.

Hans-Jörg Teske (links) und Hendrick Bienbeck, beide Vorstandsmitglieder, präsentieren das Fotoalbum der Kilianschützengilde Altschermbeck mit den Majestäten seit 1939.

Foto: Markus Joosten / FFS

Schermbeck.  Hans-Jörg Teske und Hendrik Bienbeck haben alle Königspaare der Kilianschützengilde Altschermbeck samt Throngefolge dokumentiert.

Immer wieder wurde aus den Reihen der Schützengilde Altschermbeck Kritik daran geäußert, dass zu bestimmten Anlässen nur ehemalige Könige eingeladen wurden. Das veranlasste die Verantwortlichen vor drei Jahren, alle noch lebenden Throngemeinschaften zur Vorfeier einzuladen. Die Gelegenheit sich auszutauschen, sich zu erinnern und gemeinsam zu feiern wurde bereits beim ersten Mal im Jahr 2017 gern genutzt.

Aufmerksam verfolgten die jüngeren Mitglieder, was da so erzählt wurde und so entstand unter der Federführung von Hans-Jörg Teske und Hendrik Bienbeck schnell die Idee, die Königspaare mit ihrem Throngefolge in einem Fotoband zu verewigen.

„Die Grundlage dazu war das Archiv des mittlerweile verstorbenen Willi David-Spickermann, welches er über Jahrzehnte angelegt hatte“, berichten Teske und Bienbeck. Einen Vorentwurf präsentierten die beiden zur letztjährigen Vorfeier, was viele Ehemalige motivierte, noch eigene Erinnerungen beizutragen. Das Buch beginnt mit einem Grußwort des Präsidenten, es folgt die Aufzählung aller Königspaare, die es in der Gilde bereits gab. Der erste Thron ist der aus dem letzten Schützenfest im Krieg.

Spannende Geschichten erfahren

Im Jahr 1939 regierten Franz Kreienkamp und Elisabeth Kresken. Leider verstarb Franz Kreienkamp im Krieg, so dass beim ersten Schützenfest nach dem Krieg im Jahr 1949 sein Bruder Josef an seine Stelle trat.

Das Problem bestand für Hans-Jörg Teske und Hendrik Bienbeck darin, die Namen des Throngefolges und ein entsprechendes Foto zu erhalten. „Das erforderte mitunter detektivische Arbeit“ lachen beide, die viele Stunden lang Gespräche geführt haben und Informationen suchten. Neben den Fotos ist auch jeweils eine Abbildung der Schützenmedaille enthalten, diese bekommt man sonst nur zu sehen, wenn man dem amtierenden Schützenkönig recht nahe kommt. Recht kreativ werden diese auch heute noch gestaltet, meist mit Hinweisen auf den Berufsstand des Paares.

Bei all dem Zeitaufwand sei es spannend gewesen, den Erzählungen der älteren Herrschaften zu folgen und zu erfahren, dass jedes Königspaar seine ganz eigene Geschichte erlebt hat. „In den Nachkriegsjahren wurde bei der Ausrichtung des Festes viel mehr improvisiert“, so Teske.

Offizier konnte zum Beispiel nur der werden, der ein eigenes Pferd besaß. Und das Schießen sei meist eine reine Männersache gewesen. Nicht selten hätte eine designierte Königin mitten in ihrer Arbeit erfahren, dass sie Schützenkönigin sei. „Da musste von den Adjudanten, die die Nachricht überbrachten, auch manchmal Überzeugungsarbeit geleistet werden“, haben die Männer erfahren.

Ein Holzvogel fiel schon nach dem achten Schuss

Im Jahr 1970 habe es den kürzesten Schießwettbewerb überhaupt gegeben. Heinz Schulze setzte den achten Schuss und war König. „Das lag an der Bauart des Vogels, der bis zu diesem Schützenfest in Mülheim gekauft wurde“, berichtet Hans-Jörg Teske. Nach diesem Erlebnis ließ man den Vogel das erste Mal von Tischler Werner Steinkamp aus Uefte bauen.

Ein Aufreger bei den Königinnen ab 1980/81 war die damals neu angeschaffte Krone. „Diese hat wohl an das Märchen Froschkönig erinnert“, berichtet Hendrik Bienbeck lachend.

Nur unter Protest sei diese aufgesetzt worden.

Der Vorstand der Gilde habe dann ein Einsehen gehabt und zum Schützenfest 1983/84 ein neues Diadem angeschafft. Der Fotoband kann während der Vorfeier erworben werden, danach im „Ratzefummel“ bei Andreas Piniak.

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