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Zurück zu den Eintöpfen: Mahlzeit im Wattenscheider Imbiss

Klaus Bonowitz freut sich auf die Gäste am Eröffnungstag hier an der Varenholzstraße 125. Viele, die ihn vom Wattenscheider Hellweg kennen, haben schon nachgefragt.

Klaus Bonowitz freut sich auf die Gäste am Eröffnungstag hier an der Varenholzstraße 125. Viele, die ihn vom Wattenscheider Hellweg kennen, haben schon nachgefragt.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Höntrop.  Klaus Bonowitz startet mit einem Imbissbetrieb an der Varenholzstraße neu. Hier ergibt sich eine ganz andere Chance für den passionierten Koch.

Das ist eine ganz bewusste Entscheidung. „Wenn das mal frei wird, das nehm’ ich“ hat sich Klaus Bonowitz gesagt. Das Kochen hat er kennen gelernt, miterlebt, es hat sein Leben bestimmt und das der Familie. Schon der Großvater hatte die Küche damals in der Kneipe, „wäre der damals Metzger gewesen, wäre ich das heute wahrscheinlich auch“. Der 59-Jährige macht an der Varenholzstraße am Montagmittag seinen Imbiss „Bono’s Mahlzeit“ auf, und er freut sich mächtig darauf. Haken an der Sache, die lässt er nicht gelten.

Denn immerhin war er ja „ein bisschen krank“ zwischendurch, streut er im Gespräch ein. Das klingt ein bisschen untertrieben, lässt er die Nachfrage gelten. Und die Stammkunden, die ihn kennen aus der Zeit im „Kümmel Kopp“ und vor allem dann im Imbiss-Zelt neben dem bekannten Haus am Wattenscheider Hellweg, „die wissen das ja sowieso“. Denn Klaus Bonowitz kann nicht mehr schmecken und nicht mehr riechen. Die Chemotherapie und die Bestrahlung im Kampf gegen den Krebs haben ihn die beiden Sinne gekostet. Aber er lächelt und sagt voller Überzeugung: „Das Kochen, das musst Du in Dir haben.“ Deshalb macht er auch weiter, stolz und überzeugt.

Hausmannskost und Hauptgericht

„Für die gehobene Gastronomie reicht es jetzt nicht mehr“, räumt er ein, ohne sich dabei klein zu machen. Denn hier, an der Stelle, wo sich eine ganze Zeit ein Bio-Imbiss behauptet hatte, hier wollte er hin. Mit einer Mittagskarte mit Eintöpfen, Suppen, Hausmannskost, ein wechselndes Hauptgericht „und nichts aus der Dose oder aus der Tüte, alles frisch“, unterstreicht er.

Zum Gemüseschnippeln, da wird ihm eine Dame aushelfen, aber sonst will er alles allein machen.

„Der Laden war wohl einer saubersten, die ich mir denken kann, wir mussten nur ein bisschen Staubwischen“, erzählt Bonowitz. Vorne zum Schaufenster hin, da grenzen jetzt Plexiglasscheiben unter Corona-Hygiene-Diktat die Gästeplätze ab.

Keine Sorge um Kundschaft

Etwas weiter hinten, da musste nur ein bisschen aufgestockt werden, „denn zum Kochen war das doch nicht eingerichtet, nur für einen Imbiss.“ Soll heißen, es wird hier auch weiter Schaschlik geben und anderes auf die Schnelle, wie es die Kunden schätzen. So ganz weit draußen fühlt er sich hier kurz vor Eiberg auch nicht. „Da ist der Reiterhof etwas weiter runter, und hier kommen viele Radfahrer vorbei“, hat er beobachtet, und deswegen auch keine Sorge um die Kunden. Konkurrenz ist außerdem weit weg.

Schon einmal, aber da kam es von außen, hat man ihn gefragt, ob er nicht einen Imbiss übernehmen wollte, kurz nach der Kochlehrer, damals im Hotel „Casablanca“. Den Altstadt-Grill am Saarlandbrunnen, den es auch nicht mehr gibt. Damals wollte Klaus Bonowitz auch nicht.

Im direkten Kontakt zu den Gästen

Kurz vor 60, da hat er noch nicht ans Aufhören gedacht. „Ich muss noch ‘was machen, und ich mach’s ja auch gerne“, sagt er heute. „Das ist hier eine ganz andere Nummer, ich bin auf Augenhöhe mit den Gästen. Ich bin ja irgendwie sogar das erste Mal im direkten Kontakt zu den Gästen“, räumt er ein, „In großen Restaurants, da ist es doch am Ende egal, wer dich bedient.“

Am Hellweg, da hatte er einen Kunden, der als Witwer jeden Tag zum Essen da war. „Der hat erst ‘mal einen Anschiss kassiert, als er mal nicht kam. Dann hat er jedes Mal vorher Bescheid gesagt.“

Mehr aus Wattenscheid: https://www.waz.de/article225939965.ece

Mehr aus Bochum: https://www.waz.de/archiv-daten/article217475059.ece

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