Unterhaltung

Zehn Jahre musikalisch auf der Reise über die Meere

Alle Mann an Bord, der Shanty-Chor Wattenscheid feierte sein Zehnjähriges in der gut besuchten Aula der Realschule Höntrop.

Alle Mann an Bord, der Shanty-Chor Wattenscheid feierte sein Zehnjähriges in der gut besuchten Aula der Realschule Höntrop.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Höntrop.  Der Shanty-Chor Wattenscheid gab ein großes Festkonzert mit Gästen in der Aula der Höntroper Realschule. Das Repertoire wächst von Jahr zu Jahr.

„Ahoi“ muss man nicht beim Reinkommen sagen, meinen die Sänger, „Moin!“ reicht. Überhaupt, so furchtbar streng sind sie gar nicht, die Aktiven des Shanty-Chors Wattenscheid. 25 Mann stark mit einer vierköpfigen Instrumental-Combo zur Begleitung - und damit der einzigen Frau, Marianne Geiger, spielt Akkordeon - und einer Schiffsglocke.

Aber auf schwankenden Planken singen sie denn doch nicht, überhaupt hat hier keiner ein Kapitänspatent. Macht nichts, das maritime Liedgut haben sie fest im Griff und erreichen damit ihr Publikum, dass sich auch beim kleinen Jubiläums-Konzert in der Aula der Höntroper Realschule schnell zum Schunkeln, Mitsingen und rhythmischen Klatschen überreden lässt. Denn vieles ist nun mal im ansteckenden Dreivierteltakt, was die Männer in Blau und Weiß zum Besten bringen.

Großes Konzert zum Jubiläum

Aber sonst müssen sie schon schwer überlegen, Akkordeonspieler Ekkehard fährt Kajak, Chorleiter Karl Hildebrandt segelt, mehr „Seebären“ werden es nicht.

Vor zehn Jahren fassten sich einige Sangesfreude ein Herz und den Mut, einen Shanty-Chor zu gründen. „Der MGV Sangeslust Ruhrsänger hatte gerade noch zehn Mitglieder,“ erinnern sich Vorsitzender Norbert Funke und Sprecher Adalbert Thomas, und daraufhin versuchten sie es mit einer ersten Probe im „Bürgerkrug“ an der Hochstraße.

Besuche bis nach Bremen

„Mit bestimmt 40 Leuten,“ betonen sie, und gleich mit einem ganz anderen Musik-Spektrum.

Nicht lange, und der Chor begann zu „tingeln“, war gerade in Seniorenzentren gern gesehen und gehört. „Das wurde schnell zum Selbstläufer, wir wurden regelrecht weitergereicht“, meint Thomas schmunzelnd. „Und wir haben schon früh eine eigene Homepage gehabt,“ erzählt er weiter, „aber meistens war das Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Die Wattenscheider scheuten sich nicht, vom Flachland zu kommen, unternahmen Touren zu Shanty-Festivals in Emden, Wismar, Bremerhaven, Büsum und Bremen-Vegesack, machten sich einen Namen.

Inzwischen sind sie zu den Proben auf der Kirchenburg untergekommen, jeweils mittwochs um 19 Uhr wird im Gertrudissaal, Auf der Kirchenburg 3, geprobt, Verstärkung ist jederzeit willkommen. Sie sind auf jeden Fall unterwegs, „fünf bis sechs neue Lieder nehmen wir jedes Jahr ins Programm“, erzählt Norbert Funke.

Ihre Wurzeln in Westfalen müssen sie jedenfalls nicht verleugnen. Zum Konzert gibt es ein Büffet mit Mettbrötchen und Frikadellen, und als Zugabe hat der Shanty-Chor ein Stück an Bord, das hier immer geht, „Glückauf, der Steiger kommt.“

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