hotel am südpark

Wohnungen geplant - Schandfleck verschwindet

Die Brandruine an der Höntroper Straße.

Foto: Gero Helm

Die Brandruine an der Höntroper Straße. Foto: Gero Helm

wattenscheid.   Vor mehr als zwölf Jahren brannte das „Hotel am Südpark“ ab, seitdem verschandelt die Ruine die Landschaft. Jetzt gibt es eine Lösung.

Ein Bauträgerunternehmen will das marode Gebäude abreißen und dann Wohnungen errichten.

Die Markus-Bau GmbH aus Bochum hat bei der Stadt einen Bauvorbescheid beantragt, die Bewilligung werde im März erwartet, erklärt Geschäftsführer Karsten Koch. Geplant sei ein Mehrfamilienhaus mit rund 1400 Quadratmetern Wohnfläche (etwa 13 bis 17 Eigentumswohnungen) samt Tiefgarage. „Dieser Schandfleck kommt bald weg. Der Abriss soll so schnell wie möglich erfolgen, damit wir den Neubau errichten können.“ Das Projekt solle am 13. Mai auf der Sparkassen-Immobilia in Bochum vorgestellt werden.

Lösungsvorschläge von Investoren (vor allem Wohnnutzung) waren bislang daran gescheitert, dass die Stadt dort nur wieder Hotel/Gastronomie zulassen wollte. Dagegen war der damalige Grundstückseigentümer Holger Burhenne vor Gericht gezogen – und hatte Recht bekommen (WAZ berichtete).

Burhenne ist Geschäftsführer der UHB-Gruppe, der seit 2008 das Grundstück an der Höntroper Straße 103 gehörte. Von ihm hat die Markus-Bau GmbH im Jahr 2016 das Gelände erworben.

„Wir gehen davon aus, dass bald Planungsrecht für das Vorhaben besteht“, sagt Koch von Markus-Bau. Diese Problemecke ist seit Jahren Thema in der Politik und unter den Bürgern. Rückblick: Die Stadt hatte mit Bescheid vom 25. Juli 2014 die Bauvoranfrage „Nutzungsänderung in ein Café und Wohnungen“ abgelehnt. Hiergegen hatte der Besitzer Klage am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erhoben.

Die Stadt Bochum war bei der Rechtslage der Auffassung, dass es sich um ein Grundstück handelt, das dem sog. Außenbereich nach Paragraf 35 Baugesetzbuch zuzuordnen sei und sich ein Bauvorhaben an den Vorgaben dieser Vorschrift orientieren müsse – dass dort also nur die bisher genehmigte Nutzung (Hotel/Gastronomie) wieder aufgenommen könne. Dem hielt der Grundstückseigentümer entgegen, „dass es sich um ein Grundstück nach Paragraf 34 Baugesetzbuch (unbeplanter Innenbereich) handelt. Bei dieser planungsrechtlichen Zuordnung ist eine großzügige Bauweise möglich, die sich lediglich nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Umgebungsbebauung einfügen muss“. Das Verwaltungsgericht teilte diese Ansicht.

Anwohner, Spaziergänger und Lokalpolitiker regten sich seit Jahren über den Zustand der Fläche auf. Die Brandruine verfiel und gilt als Schandfleck im sonst grünen Umfeld. Außerdem stellte sich die Frage, ob die Ruine ein Sicherheitsrisiko darstelle. Müll wurde dort wild entsorgt, mehrfach wurden Brände gelegt. Es hatte bereits mehrere Investorenpläne gegeben, wie Umbau oder Instandsetzung, Aufstockung des Hauses, (Senioren-)Wohnungen, Hotel.

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