Kreativ

„Wo ist denn bloß schon wieder mein Ocker hingekommen?“

Bildern von Bildern im Bild: Spachtel, Pastellkreide, Wachs, Filzstifte und ganz viel Acryl-Farbe fügen sich zu einer neuen Kulisse auf schon übertünchten Leinwänden unbekannter und ungeahnter Meister beim Workshop. Fotos:Dietmar Wäsche

Bildern von Bildern im Bild: Spachtel, Pastellkreide, Wachs, Filzstifte und ganz viel Acryl-Farbe fügen sich zu einer neuen Kulisse auf schon übertünchten Leinwänden unbekannter und ungeahnter Meister beim Workshop. Fotos:Dietmar Wäsche

wattenscheid.   Kunterbuntes Puzzle zum Theaterstück „Belle Époque“ entsteht beim quirligen Mal-Workshop im Wichernhaus. Gleich drei Vernissagen für die Kulisse

Bildern von Bildern werden sich zusammenfügen zur Kulisse, zum Hintergrundbild, zum Gesamtbild aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Motive sind der Eiffelturm, das Moulin Rouge, Place Pigalle, der Montmartre, und was sonst so in die Rotlichtszenerie eines kreativen, verrucht-sündigen Paris gehört, jedenfalls in der „Belle Époque“. In der spielt das Theaterstück gleichen Namens, das im Wichernhaus in Günnigfeld Stück um Stück wahrlich bunte Formen annimmt.

Kaffee, Tee, Kuchen und ein paar Süßigkeiten sind gespendet, zunächst aber machen die Vorlagen die Runde, als Ausdruck oder auf dem Smartphone-Display. Zu wenige, wie es scheint, für die Details brauchen die Kreativen den Eindruck aus bekannten Motiven. 20 Leinwände hat Dagmar Steinmann vorbereitet, weiß übertüncht, keine Ahnung, welcher „alte Meister“ darunter nun verborgen ist. Neue alte Werke entstehen.

Denn dieser offene Mal-Workshop soll unter anderem die Bilder hervorbringen, die der (fiktive) Maler Antoine Fouquet erschafft, um vor dem Auge des berühmten, post-impressionistischen Malers und Grafikers Henri de Toulouse-Lautrec zu bestehen.

Malen nach Gefühl

Der Workshop ist fest in Frauenhand. Konzentriert auf ihre Staffelei und dann wieder die Vorlage blickend meint Elke Ollesch: „Das war schon immer so. Aber berühmt geworden sind dann doch immer die Männer.“ Sie hat Ateliererfahrung, manche der Teilnehmerinnen erobern noch vorsichtig ihre jungfräulich weiße Leinwand mit kühnem Pinselstrich, um die ersten Konturen als Orientierung zu bekommen.

Andere übernehmen Strich für Strich möglichst präzise die Vorgabe. „Ein paar gehen herum und helfen oder geben Tipps“, erklärt Dagmar Steinmann. Noch heißt es: „Wo ist denn mein Ocker?“, oder „Wer macht Pastell?“ Aber schnell geht die Devise in die Runde: „Mal, wie Du empfindest!“, und die persönlichen Vorlieben kommen sozusagen ins Bild: „Wie beim Kuchenbacken, da muss ein bisschen Rot rein“ oder „nein, Acryl ist mir dafür zu hart.“

Die so entstandenen Bilder sollen am 26. und 27. Mai schon vorab gezeigt werden, am Samstag ab 16 Uhr, am Sonntag dann nach dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche nebenan. Zu den Aufführungen (s. Info-Kasten) ist dann jeweils eine Vernissage vorgesehen, in der die Exponate für die Kulisse des Theaterstücks gekürt werden.

Was zielgerichtet auf die Komödie hin entstanden ist, könnte Zukunft bekommen. Bislang gibt es keine feste Malgruppe in der Gemeinde, doch „das könnte sich ändern“. Mit einem Federstrich.

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