Corona

Wattenscheider Prinzenpaar freut sich auf die „Ehrenrunde“

Die Galasitzung der Günnigfelder Karnevalsgesellschaft in der Stadthalle in Wattenscheid war der Höhepunkt der da noch jungen Session für Bodo I. und Alexandra I.

Die Galasitzung der Günnigfelder Karnevalsgesellschaft in der Stadthalle in Wattenscheid war der Höhepunkt der da noch jungen Session für Bodo I. und Alexandra I.

Foto: Gero Helm / Archiv

Wattenscheid.  Nach der misslungenen Karnevals-Session will das Stadtprinzenpaar Bodo I. und Alexandra I. verlängern. Für den 11.11. planen sie Überraschendes.

Die „höchsten Repräsentanten des Wattenscheider Karnevals“ pflegt Franz Seidl, der Präsident des Festausschusses WAT-Karneval sie anzukündigen, „seine Tollität und ihre Lieblichkeit“. Dass aber die Session 2020/21 dermaßen von höherer Gewalt durcheinander gewirbelt würde, hat es in der langen Geschichte der Stadtprinzenpaare so noch nicht gegeben. Bodo I. (Neumann) und Alexandra I. (Hegenberg) wurden zunächst gestraft vom sintflutartigen Regen, der den großen Umzug unmöglich machte. Dann kam das Covid-19-Virus und machte die Vorbereitung und die Vorfreude auf die weitere Regentschaft zunichte.

Die große Gemeinsamkeit der Karnevalisten, die Bodo und Alexandra mit ihrem Motto „Jeck sein verbindet“ unterstrichen haben, traf die Brauchtumsfreude ungewohnt. Der Festausschuss der angeschlossenen Wattenscheider Vereine beschloss, alle zunächst geplanten Veranstaltungen abzusagen.

Kein Schunkeln mit zwei Metern Abstand

„Das Risiko können wir nicht verantworten“, machte Franz Seidl klar, und FWK-Geschäftsführer Rüdiger Preußner konnte schnell kalkulieren, dass auch ein „nachgeholter“ Karnevalsumzug außer der Reihe kaum möglich wäre. Die Clubs hätten den Aufwand nicht stemmen können, hatte das Sicherheitskonzept zur Terrorabwehr allen Verantwortlichen doch schon die Sorgenfalten tiefer werden lassen.

Immerhin: Prinz Bodo hatte umgehend durchblicken lassen, er wolle - mitsamt Prinzessin natürlich - die aus dem Takt geratene Regentschaft gleich auf zwei Jahre strecken.

Das Prinzenpaar hat etwas im Ärmel für den 11. im 11.

Mit einer Portion schwarzem Humor beschreibt Alexandra I. die Szenerie eines Wattenscheider Karnevals unter Corona-Bedingungen: „Da würde ja schon der Einmarsch ewig dauern, die Prinzessin mit drei Metern Abstand zum Prinzen und so weiter? Undenkbar.“

„Das tut schon richtig weh“, erzählt sie allerdings. Denn gerade die Besuche von Prinzenpaar und Festausschuss in den Wattenscheider Altenheimen, den Schulen und etwa beim Treff der Menschen mit Behinderung liegen ihr besonders am Herzen. „Und da spielt die menschliche Nähe neben der gemeinsamen Fröhlichkeit eine unheimlich wichtige Rolle“, hat sie erfahren.

Immerhin hat die Corona-Zwangspause den Karnevalisten auch Zeit und Gelegenheit gegeben, ihre Kreativität zu beweisen. Wenn auch Prinz und Prinzessin noch ein großes Geheimnis machen, aber zum 11.11., dem Datum zum Karnevalsstart schlechthin, haben sie sich etwas ausgedacht.

„Kein Krönchen, kein Ornat, kein Orden“, versichern sie, „aber auch keine Online-Prunksitzung. Und auf jeden Fall etwas, was noch keiner gemacht hat“, das erwartet die gespannten Wattenscheider Karnevalsfans dann schon in gerade einmal vier Wochen.

Weitere Berichte aus Wattenscheid unter https://www.waz.de/staedte/wattenscheid/

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben