Sammlerstücke

Wattenscheider lassen ihre alten Schätze schätzen

Der Wert dieser Ikone interessiert Erika Horvath besonders. Das Angebot der Mitarbeiterin lehnt sie jedoch später ab.

Der Wert dieser Ikone interessiert Erika Horvath besonders. Das Angebot der Mitarbeiterin lehnt sie jedoch später ab.

Foto: Dietmar Wäsche

Wattenscheid.   Im Tryp-Hotel schätzen Marius Tsakonis und sein Team den Wert von alten Exponaten. Die Kunden bringen unter anderem Armbanduhren und Ikonen mit.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Aufmerksam mustert Marius Tsakonis die Messing-Schatulle, die ihm Angelika Kortenbach überreicht hat. „Von dieser Art sind zu viele auf dem Markt. Dafür könnten Sie rund 200 bis 300 Euro bekommen“, schätzt er.

Schätzen ist sein Beruf. Seit 90 Jahren handelt sein Familienunternehmen Schreuders Moerkerken mit Familienschmuck und anderen Wertgegenständen. Der Deutsch-Grieche führt den Betrieb mittlerweile in der dritten Generation. Unter dem Motto „Bares und Wahres“ reist Tsakonis mit seinen Mitarbeitern seit einigen Jahren zudem durch Deutschland und bietet Schätzungen an. Kostenlos und unverbindlich. So auch dieser Tage im Wattenscheider Tryp-Hotel.

Geschäft ist TV-Hit

Tsakonis deckt mit seinem Angebot ein Themenfeld ab, das sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut und zu TV-Hits entwickelt hat. Die ZDF-Fernsehsendung „Bares für Rares“ ist ein riesiger Erfolg, andere Sender probieren inzwischen mit Ablegern wie „Der Trödeltrupp“ oder „Die Superhändler“ auf den Erfolgszug zu springen.

Der Inhaber weiß, was einen wirklich wertvollen Gegenstand ausmacht: „Das Objekt muss eine Geschichte zu erzählen haben“, sagt Tsakonis. Zudem richte sich vieles wie gewohnt nach Angebot und Nachfrage. Die Bibel aus dem Jahr 1630 sehe zwar „wunderbar aus“, wird aber in der Form auf vielen Plattformen bereits angeboten, erklärt er einem weiteren Gast.

Abzeichen und Dokumente

Schmuck, Armbanduhren, Gemälde oder gar Militaria der deutschen Geschichte – Tsakonis und seine Kollegen nehmen alles nicht nur sprichwörtlich genau unter die Lupe. Besonders alte deutsche Abzeichen oder Dokumente erführen zuletzt einen steigenden Wert.

Am Nebentisch lassen sich derweil Erika und Josef Horvath von Olesja Denzel beraten. Schon seit vielen Jahren besitzen sie eine alte Ikone, deren Wert früher schon einmal auf 5000 D-Mark geschätzt worden ist. „Ein Erbstück“, erzählt der Ehemann. Denzel zeigt sich zwar durchaus interessiert, das Angebot überzeugt das Paar jedoch nicht.

Vertrauen der Kunden

Von besonderer Bedeutung ist für Tsakonis das Vertrauen der Kunden. Denn viele vermeintliche Schmuck- oder Kunsthändler verschwinden so schnell wieder, wie sie aufgetaucht sind. Die lange Tradition seines Unternehmens ist deshalb ein großer Vorteil.

Indes ist Angelika Kortenbach nicht enttäuscht über die Schätzung ihres Gegenstandes. „Mein Großvater hat das damals im Krieg von einem Russen geschenkt bekommen. Ich hatte gar nicht vor, es zu verkaufen“, sagt sie.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben