Brauchtum

Wattenscheider Gänsereiter wollen wieder fest in den Sattel

Die druckfrische Zeitung der Sevinghauser Gänsereiter begutachten der Vorsitzende Bernd Wirth zur Osten, Schatzmeister Gerd Krampe, Hoheit Saskia Wirth zur Osten und König Thomas Appelbaum (v.l.) im Vereinslokal „Kümmel Kopp“.

Die druckfrische Zeitung der Sevinghauser Gänsereiter begutachten der Vorsitzende Bernd Wirth zur Osten, Schatzmeister Gerd Krampe, Hoheit Saskia Wirth zur Osten und König Thomas Appelbaum (v.l.) im Vereinslokal „Kümmel Kopp“.

Foto: Gero Helm / FFS

Wattenscheid-Sevinghausen.  Der Sevinghauser Traditionsclub strebt nach Widrigkeiten nun einen Wiederaufbau an. Das Königspaar hängt ein Jahr an, das Reiten fällt 2020 aus.

Der diesjährige Orden des Königspaars Thomas I. und Saskia I. spricht wahrlich Bände, denn das Ehrenzeichen in Sevinghausen ist anspruchsvoll in Form eines alten Buches gestaltet. So schlagen denn die Gänsereiter auch ein ganz neues Kapitel auf, das Königspaar wird ausnahmsweise über zwei Jahre in Amt und Würden bleiben, denn in diesem Jahr wird auf das traditionelle Reiten verzichtet. „Was ist dem Verein geblieben ohne seine Halle? Seine treuen Mitglieder“, schreiben Thomas Appelbaum und Saskia Wirth zur Osten in ihrem Leitartikel in der gerade erschienenen Zeitung der Gänsereiter bedeutungsvoll, und haben damit sehr deutlich Recht behalten.

Nach vielen Rückschlägen geht es für die Sevinghauser Gänsereiter wieder bergauf

In jüngster Zeit sind die Blaukittel in der Tat vom Schicksal heftig gebeutelt worden, und weil nun gerade wieder ruhigeres Fahrwasser in Aussicht ist, streben die Gänsereiter einen vorsichtigen Wiederaufbau, eine Konsolidierung in möglichster Ruhe an. „Kandidaten für das Königsreiten wären dagewesen“, stellt der Vorsitzende Heinz Bernd Wirth zur Osten klar, aber wegen der Rückschläge der jüngsten Zeit sollte der Höhepunkt des Jahresprogramms auf keinen Fall im letzten Moment durch irgendeinen Zufall platzen. Also wurde der Wettstreit zur Vorsicht abgesagt.

Feier am Rosenmontag

„Wir werden aber auf jeden Fall direkt nach dem Umzug am Montag ins Pfarrheim von St. Nikolaus, zur Maggi-Kirche ziehen und kräftig feiern“, erklärt der Oberschulte, wenn es auch kein neues Königspaar zu proklamieren gebe und damit auch kein förmlicher Königsball ansteht.

So oder so hat König Thomas sich in die Annalen der Gänsereiter eingetragen. Er siegte in der Rekordzeit von 23 Sekunden, und das beim Ausweichen in die Halle des befreundeten ländlichen Reit- und Fahrvereins Wattenscheid am Südpark, weil es auf dem Platz an der Bezirkssportanlage am Wattenscheider Hellweg zu riskant gewesen wäre.

Angepachteter Reitplatz

Der Platz neben dem Sportplatz ist nach Aufgabe der großen, vereinseigenen Halle jeweils auf ein Jahr von der Stadt angepachtet. Das biete beiden Seiten ausreichend Spielraum, meint Wirtz zur Osten gelassen, der Platz könne schnell aufgegeben werden, wenn für die Blaukittel etwas Neues entdeckt werde. Aber er steht auch zur Verfügung, wenn die Stadtverwaltung in diesem Bereich etwa Platz für eine neue Kindertageseinrichtung belegen wolle.

Damit spielt für den Club auch eine nicht zu unterschätzende Rolle, dass er mit „Kümmel Kopp“ wieder ein Vereinslokal, ein Zuhause direkt am Wattenscheider Hellweg hat. „Wir haben geradezu mit Engelszungen auf Peter Opfer eingeredet“, schildert Wirtz zur Osten schmunzelnd, nachdem die Gänsereiter den Zuschlag bekommen hatten und als Pächter Michael Dambrowske, Heinz-Bernd Wirth zur Osten und Josef Najda verantwortlich zeichneten.

Bekanntes Gesicht am Tresen

Tatsächlich konnten sie Peter Opfer nach dessen Rückzug aus dem Kolpinghaus an der Saarlandstraße überzeugen, sich am Hellweg hinter den Tresen und in die Küche zu stellen. „Über Peters Erfahrung braucht man in Wattenscheid ja gar nicht zu reden“, zeigt sich der Oberschulte zufrieden mit diesen Schritten. Dass mit Thomas Appelbaum und Saskia Wirtz zur Osten ein junges Königspaar an der Spitze steht, passt da gut ins Bild.

Das Motto, dass sich der König nach seinem nur sekundenlangen Siegesritt für den Orden ausgesucht hat, „Wir rocken jede Sekunde“, trifft da auch wieder ins Schwarze.

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