Vereinsleben

Wattenscheider Amateurfunker fördern die Jugendlichen

Ulrich Weber (l.) und Marcel Müller (Stadtwerke) beobachten Charlotte Weber beim filigranen Löten in den Räumen der Amateurfunker in der Regenbogenschule.

Ulrich Weber (l.) und Marcel Müller (Stadtwerke) beobachten Charlotte Weber beim filigranen Löten in den Räumen der Amateurfunker in der Regenbogenschule.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Höntrop.  Der Wattenscheider Amateurfunk-Ortsverein „Oscar 33“ hat sein Domizil in der Regenbogenschule. Vor allem Jugendliche will der Verein fördern.

Die Jugend für den Amateurfunk begeistern und für das Basteln eigener Anlagen gewinnen will der Wattenscheider Ortsverein „Oscar 33“ (kurz O 33) des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC). Die Amateurfunker haben ihr Domizil im hinteren Kellerbereich der Höntroper Regenbogenschule im Preins Feld. Hier treffen sich die mehr als 40 Mitglieder regelmäßig, werkeln und funken natürlich – meist über Kurzwelle – in die weite Welt hinaus. Gut zehn Jugendliche unter 18 Jahren gehören mittlerweile zum festen Stamm. Ortsvereins-Vorsitzender Ulrich Weber: „Sie funken, natürlich unter Aufsicht, haben aber eigentlich viel mehr Spaß daran, ihre eigenen Anlagen zu bauen.“ Beispiel: Eine Alarmanlage für die geheime Schublade im eigenen Zimmer. Weber: „Die funktioniert über Lichtsignale. Wenn Mutter oder Schwester unerlaubt in die Schublade schauen wollen, ertönt ein Signal.“

Die jungen Leute, darunter auch Webers Tochter Charlotte (15) oder Kelly Nissen (14) lernen, wie gelötet wird. Für sie zuständig und ansprechbar sind alle Erwachsenen, allen voran Jugendwart Christian Diederichs. „Wir bieten jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr ein extra Jugendtreffen an“, so der Jugendwart. „Dann können sie experimentieren und unter Anleitung eigene Anlagen bauen.“ Ansonsten treffen sich die Amateurfunker jeden Freitag ab 19 Uhr. Auch hier sind die Jugendlichen willkommen.

Ulrich Weber: „Da wir schon räumlich die Nähe zur Grundschule haben, gibt es eine Kooperation mit dem Offenen Ganztag.“ Regelmäßig kommen also auch die Grundschüler und erleben die Grundlagen, wie Funk und der Anlagenbau funktionieren.

Der Ortsverband der Amateurfunker wurde im Jahr 1966 gegründet. Mit einem Generationswechsel im Vorstand ging auch eine Neuausrichtung des Clublebens einher: Mehr Jugendliche gewinnen und Vernetzung auf lokaler Ebene, etwa mit der Freiwilligen Feuerwehr Eppendorf.

Antennenanlage erneuern

Um die Jugendarbeit weiter auszubauen, hat sich der OV Oscar 33 im vergangenen Jahr um ein Sponsoring bei den Stadtwerken beworben. Quasi im zweiten Anlauf hat er eine Unterstützung von 6500 Euro erhalten. „Damit wurde und wird modernes Werkzeug angeschafft, mit dem vernünftig gearbeitet werden kann“, so Ulrich Weber. „Außerdem ist die alte Antennenanlage fällig, sie muss generalüberholt werden. Und auch ein Anstrich der Räume war dringend nötig.“ Der Verein hat sich bei der Aktion im Bereich Bildung beworben und zunächst nicht genug Stimmen beim Voting bekommen. Der Sponsoring-Beirat fand das Projekt aber prima. „Eben weil es vor allem auf Jugendliche abzielt“, schätzt Weber.

Charlotte Weber und Kelly Nissen jedenfalls haben Spaß an der filigranen Arbeit. Sie finden es natürlich spannend, wenn sie Stimmen über Funk hören, die oftmals auch ganz andere Sprachen sprechen.

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