Kultur

Wattenscheid genießt einen Abend voller persischer Poesie

Die Band „Farnaz“ brachte den Hauch von orientalischer Exotik, aber zugleich auch viel Lebensfreude mit ihrem musikalischen Streifzug durch Persien ins Haus Wiesmann in Wattenscheid.

Die Band „Farnaz“ brachte den Hauch von orientalischer Exotik, aber zugleich auch viel Lebensfreude mit ihrem musikalischen Streifzug durch Persien ins Haus Wiesmann in Wattenscheid.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  Das Kulturprogramm des Vereins WAT-Werk lockt mit Lyrik, Live-Musik aus dem Iran und Leckereien. Die Wiederbelebung von Haus Wiesmann gelingt.

Auge und Ohr und vor allem die Fantasie sprach der Kulturabend der Kreativ-Initiative WAT-Werk im Haus Wiesmann an. Die Gäste konnten, wenn auch unter Corona-Bedingungen, eine Reise in den Vorderen Orient unternehmen: Die Gruppe „Farnaz“ unterhielt mit Live-Musik, im Zentrum stand die Lyrik-Lesung von Ahmand Matari, übersetzt und übertragen von seiner Tochter Mariam, und von den begeisterten Gästen mit viel Beifall bedacht.

Die Eckkneipe war so gut besucht, wie es das Abstands- und Hygienekonzept zurzeit erlaubt. Und der bunte Mix, mit dem die Aktiven aus der Initiative Mittendrin und den Urbanisten schon im Ladenlokal WAT-Craft gleich gegenüber die Neugier auf sich gezogen hatten, macht auch in dem wieder eröffneten Traditionslokal Appetit auf mehr. Auch dafür war gesorgt, in den Pausen wurde nicht nur intensiv gelüftet, sondern gab es auch interessante Leckereien aus Persien zur Probe.

Blumige Muttersprache

Ahmand Matari lebt bereits seit 34 Jahren in Deutschland und arbeitet als Krankenpfleger. Er entdeckte seinen Hang zur Poesie vielleicht auch durch die blumige Ausdrucksweise seiner Muttersprache, und hat bereits drei kleinere Biografien im Iran bearbeitet und veröffentlicht.

Seine Tochter Mariam, die an diesem Abend die Texte in der deutschen Version präsentierte, schickte vorweg, die Übersetzung der Verse stelle hohe Anforderungen. Dessen ungeachtet war es ihr sogar gelungen, bei der Übertragung sowohl ein Versmaß wie Reime zu bewahren.

Ein Land wie ein Mosaik

Die fremde Sprache stellte offenbar kein Hindernis für die Gäste dar, denn hinter Zeilen wie „Das Meer: Die Sonne begrüßt mich“ verbirgt sich ein regelrechtes Panoptikum des Vorstellbaren.

Eher verschmitzt und stimmungsvoll präsentierte dagegen die Band „Farnaz“ ihre Stücke aus verschiedenen Regionen Persiens, „einem Land, das wie ein Mosaik ist“, wie die Zuhörer erfahren durften, und in dem „jede ihren eigenen Duft hat“.

Ganz auf die Region konzentriert sich das Angebot aus dem Zapfhahn. Biermacher und Braumeister Gerd Ruhmann präsentierte „Hopfenzupfer“, ein Spezialpils in Kooperation mit dem Brauhaus Rüttershoff aus Castrop-Rauxel, für das der Hopfen sogar auf der Bergehalde der ehemaligen Zeche Schwerin wächst.

Bekenntnis zur Region

Das spannte den Bogen zum Motto, unter dem die Initiative von WAT-Werk und Urbanisten die Gaststätte an der Hochstraße wieder mit Leben füllen wollen. Ein „Möglichkeits-Standort“ für Kunst, Kultur, Essen und Trinken und vor allem viel Kreativität und Workshops soll es sein, das Projekte und Aktionen in Wattenscheid auf den Weg bringt und anstößt.

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