Innenstadt

Wattenscheid: Fahrrad-Club kritisiert Bezirksbürgermeister

Alle Fraktionen in der Bezirksvertretung Wattenscheid hatten Anfang März abgelehnt, das Fahrradfahren in der Fußgängerzone zu erlauben.

Alle Fraktionen in der Bezirksvertretung Wattenscheid hatten Anfang März abgelehnt, das Fahrradfahren in der Fußgängerzone zu erlauben.

Foto: RAD

Wattenscheid.  Thema Radfahren in der Fußgängerzone: In einem offenen Brief an Bezirksbürgermeister Molszich kritisiert der ADFC Bochum dessen Aussagen.

Der Brief ging auch an die Fraktionen der Bezirksvertretung. Manfred Molszich kritisierte in der WAZ am 18. März die trotz einer klaren Ablehnung durch die Bezirksvertretung erhobene Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Bochum, doch Radverkehr in der Wattenscheider Fußgängerzone zuzulassen.

ADFC-Vorsitzende Gerlinde Ginzel sagt jetzt dazu: „Diese Kritik kommt einer Nichtakzeptanz der freien Meinungsäußerung gleich.“ Hinzu komme, dass die ADFC-Forderung falsch zitiert worden sei. Der Verein habe gefordert, „den Beschluss zu überdenken und sich in einer Anhörung mit den Argumenten der Verkehrsexperten auseinander zu setzen“. Dies vor allem, da die Entscheidung nicht mit den Grundsatzbeschlüssen der Stadt Bochum zur nachhaltigen Mobilität vereinbar sei und den Zielen der Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fußgänger- und Fahrradfreundlicher Städte (AGFS) deutlich widerspreche.

Vorschläge des Nahmobilitätskonzepts Wattenscheid

Die Vorschläge des Nahmobilitätskonzepts Wattenscheid, das der Bezirksvertretung als Entwurf vorliege und welches auch die Freigabe vorsehe, „zählten offenbar ebenfalls nicht. Zu diesem Thema gibt es seit Jahren eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen, die die Vorteile des ,Fahrrades als Wirtschaftsfaktor’ belegen“.

Lob für Radstreifen Berliner Straße

Und weiter erklärt Gerlinde Ginzel, dass man sehr wohl den im Oktober aufgebrachten neuen Radfahrstreifen auf der Berliner Straße gelobt habe: „Der ADFC beglückwünscht die Stadt zu diesem Entschluss und der schnellen Umsetzung. Es ist zu hoffen, dass auch in Gegenrichtung schnell mit den Markierungsarbeiten begonnen wird und auch die erforderliche Überarbeitung der Kreuzung Berliner Straße/ Wattenscheider Hellweg/ Zeppelindamm in Bälde erfolgt.“

Fahrradlobby

Als verkehrspolitischer Verein und Fahrradlobby setze man sich für die konsequente Förderung des Radverkehrs ein. „Dabei arbeiten wir mit allen Vereinen, Organisationen und Institutionen zusammen, die sich für mehr Radverkehr, Sicherheit und Umweltschutz im Verkehr einsetzen. Der ADFC ist parteipolitisch neutral, aber parteilich, wenn es um die Interessen Rad fahrender Menschen geht“, so Ginzel.

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