Beisenkamp

Wasser dringt nach Altenheim-Abriss in Nachbarkeller ein

Daniela Kunter in den feuchten Kellerräumen, wo auf eigene Kosten eine Pumpe installiert wurde.

Foto: Ingo Otto

Daniela Kunter in den feuchten Kellerräumen, wo auf eigene Kosten eine Pumpe installiert wurde. Foto: Ingo Otto

wattenscheid.   Anwohner beschweren sich, dass nach dem Abriss des Seniorenheims am Beisenkamp Wasser in die Keller des Nachbarhauses eindringt.

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Bei Starkregen verwandelt sich das fast 7000 Quadratmeter große Gelände am Beisenkamp, auf dem früher mal das Seniorenheim stand, in eine morastige Landschaft. Anwohnerin Gaby Kothmayer – ihr gehört das benachbarte Mehrfamilienhaus am Beisenkamp 17 – sagt dazu: „Eine riesige Seenplatte. Und viel Wasser läuft dann in unsere Kellerräume.“

Seit dem Abriss des Altenheims liegt sie im Clinch mit der SBO (Senioreneinrichtungen Bochum gGmbH), eine städtische Tochtergesellschaft. Ihr Vorwurf: „Die Kellerräume sind seitdem feucht, kaum zu nutzen. Wasser aus dem Gelände dringt in das Gebäude ein, im Keller sind die Wände feucht.“ Zweimal habe sie die Feuerwehr kommen lassen, um Wasser abzupumpen. „Beim ersten Mal, das war im Herbst vergangenen Jahres, waren es rund 30 000 Liter“, erklären Gaby Kothmayer und ihre Tochter Daniela Kunter (44), die dort ebenfalls wohnt.

Stadtsprecher Peter van Dyk betont, die SBO habe drei Maßnahmen ergriffen, um einen Wassereintritt in das Haus – es sei über einhundert Jahre alt – zu verhindern: „Seit einem Dreivierteljahr steht die SBO in Kontakt mit der Eigentümerin. Die zu diesem Gelände liegende Außenwand des Hauses wurde abgedichtet. Ein Wall wurde aufgeschüttet. Außerdem wird das Wasser auf dem Gelände über eine Zisterne und Schläuche abgeleitet. Wenn keine Einigung erzielt wird, soll ein Gutachten die Situation abklären.“

Gaby Kothmayer sieht „keine Lösung des Problems. Diese Maßnahmen haben nicht geholfen. Mit dem Verfüllen der Baugrube wurde das Erdreich so massiv verdichtet, dass sich Regenwasser staut. Die Stadt blockt ab. Wenn es keine Lösung gibt, ziehen wir vor Gericht.“ Das Haus habe ihr Großvater 1911 erbaut, „und diese Wasserprobleme haben wir erst seit dem Abriss des Seniorenheims“. Auf eigene Kosten habe sie im Keller eine Pumpe eingebaut, um eintretendes Wasser abzupumpen.

Neubau ist geplant

Erst im vergangenen Jahr hatten Abrissbirne und Bagger das schon 2011 geschlossene Seniorenheim beseitigt; der Abriss war eigentlich schon lange vorher geplant. Die Baugrube wurde verfüllt. Seitdem hat sich nichts getan. Die erste Ausschreibung für die neue Seniorenanlage, die dort vorgesehen ist, schlug fehl, da Angebote in der ersten Vergaberunde rechtlich nicht den Voraussetzungen entsprachen und das Verfahren noch einmal wiederholt werden musste. Ein zweites Ausschreibungsverfahren folgte. Der Baubeginn des Neubaus soll in diesem Jahr erfolgen. Das Seniorenheim soll von einem Investor gebaut und dann von der SBO gepachtet werden.

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