Freizeit

Wanderfreunde Eppendorf hängen die Stiefel an den Nagel

Die Tradition haben die Wanderfreunde Eppendorf hoch gehalten und die Umgebung auf Schusters Rappen immer wieder gern erkundet. Foto: Ingo Otto / ARCHIV FFS

Die Tradition haben die Wanderfreunde Eppendorf hoch gehalten und die Umgebung auf Schusters Rappen immer wieder gern erkundet. Foto: Ingo Otto / ARCHIV FFS

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Eppendorf.  Im 100. Jahr der Vereinsgeschichte löst sich die Gemeinschaft förmlich auf. Die „Keglerstube“ war wie zur Gründung der Treffpunkt für den Club.

Auf ein rundes Jahrhundert an Aktivitäten können die Wanderfreunde Eppendorf zurückblicken. Allerdings werden sie das nun an einem Stammtisch tun, denn der Verein hat sich auf einstimmigen Beschluss förmlich aufgelöst, wenn auch sicherlich schweren Herzens. Aber schon beim Thorpe-Markt im vergangenen Jahr hatten der Vorsitzende Siegfried Pohl und seine Gattin Hannelore, auch Kassiererin, klar gemacht: „Es geht nicht mehr, es sind noch 28 Mitglieder in der Gruppe, davon 20 über 70 Jahre alt, und acht über 80. Wir können einfach nicht mehr wandern.“

Das „Haus Gutmann“ an der Gartenstraße, in dem der Verein seinen Sitz hatte, gibt es schon lange nicht mehr. Und in der Keglerklause bei Paul Kleine an der Engelsburger Straße, damals unter dessen Vater Gustav, wo der Club gegründet wurde, waren sie auch zehn Jahre mit kurzer Unterbrechung.

„Kurz nach dem ersten Weltkrieg im Jahre 1919 gab es eine Gruppe junger Männer, die regelmäßig zusammen wandern und musizieren wollten“, zitiert Siegfried Pohl aus der Chronik, so wurde zunächst der „Mandolinen- und Gitarrenclub“ gegründet.

Die ersten Jahre des Vereins waren von Wechseln der Vereinsgaststätte und der Zersplitterung des Ursprungsvereins geprägt. 1923 starteten 14 Unverdrossene einen Versuch und gründeten den „Club der freien Wanderer“, nur ein halbes Jahr später umbenannt in „Wanderfreunde Eppendorf 1919“. Der Gruß „Frisch auf!“ gehört auch noch heute zu den Begrüßungen der Mitglieder bei Wanderungen und Veranstaltungen aller Art.

Spät entstand die Frauengruppe

Bis 1942 bestand der Verein weiterhin nur aus Männern, dabei zeigten Frauen schon früh ebenso Interesse an den Wanderungen und dem Musizieren und der Verein öffnete sich entsprechend. Neben der Musikgruppe, die 1969 von Christian Maifeld gegründet wurde und die Veranstaltungen begleitete, entwickelte sich so auch die Frauengruppe und traf sich jeweils dienstags.

Volkstanz und Musik zur Geselligkeit

1979 gründeten dann Helga und Rudi Pohl noch die vereinseigene Volkstanzgruppe, die mit der Musikgruppe mit den Mandolinen und Gitarren Feiern und Veranstaltungen zu gemütlichen Stunden werden ließen.

Die Wanderfreunde engagierten sich über 30 Jahre beim Eppendorfer Thorpemarkt mit selbstgebackenen Plätzchen und herzhaften Schmalzstullen, die immer schnellen Absatz fanden und damit immer wieder die Vereinskasse unterstützt wurde.

Mitgliederzahl sank stark

Fanden über die Jahrzehnte stets und regelmäßig Wanderungen, Heimabende mit Musik und Filmvorführungen, Grillfeste und Feiern statt, so ging dann wie an vielen Vereinen die Zeit nicht spurlos vorüber.

Die Mitgliederzahlen sank in den letzten Jahren stark, gleichzeitig stieg der Altersdurchschnitt.

Auch als flachere Strecken mit mehr Pausenmöglichkeiten ausgesucht wurden, konnten nur noch wenige Mitglieder teilnehmen. Daher trafen sie sich zumindest zu Ganztagesausflügen, damit alle Interessierten dabei sein konnten.

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