Straßenverkehr

Verkehrswacht macht Senioren fit für den Straßenverkehr

Fahrtrainerin Bettina Wolf gibt beim Verkehrssicherheitstraining für Senioren 60plus auch Tipps zur richtigen Sitzposition im Auto.

Foto: Thomas Gödde

Fahrtrainerin Bettina Wolf gibt beim Verkehrssicherheitstraining für Senioren 60plus auch Tipps zur richtigen Sitzposition im Auto. Foto: Thomas Gödde

Bochum-Wattenscheid.   Das Pkw-Fahrtraining „60+“ der Verkehrswacht auf dem Bogestra-Betriebshof machte den Teilnehmern Spaß. Unfallfrei durchkommen, lautete das Ziel.

„Und wenn ich morgen erst 61 würde?“ fragt Ruth Spiaczka kokett. Dann könnte sie trotzdem dabei sein, meint Guido Jabusch, Geschäftsführer der Verkehrswacht Bochum mit Sitz in Wattenscheid, die zum ersten Fahrtraining für aktive Fahrer „60+“ auf den Bogestra-Betriebshof am Exterbruch eingeladen hat. Ein gutes Dutzend Interessierter ist gespannt, was sie mit 40 Jahren Erfahrung hinter dem Steuer noch lernen können. Die Damen sind in der Unterzahl.

„Das ist Ihr Training“, unterstreicht Jabusch, Rückfragen sind jederzeit willkommen. Und: Der Führerschein wird anschließend „nicht gelocht, alles bleibt unter uns“, wer will, bekommt eine Urkunde. „Aber die Unfallentwicklung zeigt eben, dass es mit dem Alter immer mehr Dinge gibt, die sie ausgleichen müssen“, wie etwa den Schulterblick beim Überholen oder das ausreichende Umdrehen beim Ein- und Ausparken.

Boxenstopp nach der Proberunde

Und dazu können Assistenzsysteme hilfreich sein, wirbt Trainerin Bettina Wolf (51). „Jaa, vielleicht auf Eis und Schnee“, und „von den ganzen Piepsdingern halte ich nichts“, kommentiert allerdings die Runde. ABS kennen sie natürlich alle, aber ESP? Toter-Winkel-Warner?

Die Realität der Straße, die hier die Pylone nachbilden, kennen sie dafür alle, „verkehrsberuhigte Zone“, „Baustellen“, und nicken. Mit 30 bis 50 km/h will die Trainerin sie mit ihren eigenen Autos in den Slalom schicken, die eine Hälfte fährt, die andere soll „beobachten und lästern“.

Nach der Proberunde ist erst einmal Boxenstopp, denn bei einigen der Senioren heißt es: „Viel zu weit vom Lenkrad weg, da könnt ihr gar nicht richtig lenken, kommt bei der Vollbremsung nicht feste aufs Pedal“.

Sitzposition richtig einstellen

Die Sitzposition wird überprüft, oft ist schlicht die Rückenlehne zu flach eingestellt. „Ziel ist, so wenig wie möglich zu lenken“, erklärt Wolf, warum einige der Probanden in den Kurven „definitiv mehr als sieben Meter“ brauchten, „und da wäre dann längst schon der Bordstein im Weg.“

Und mit der geänderten, sicheren Haltung im Autositz gibt sie für die zweite Slalomrunde vor: „Weit nach vorne gucken, auf die Strecke, in die Lücke, auf der Ideallinie“, und nicht auf das nächste Signalhütchen.

Zufrieden lächelnd stellt sie fest, dass ihr „und jetzt mal Tempo“ bereitwillig umgesetzt wird, ohne Übergreifen oder „Melken“ am Lenkrad, ohne Schwung zu verlieren. „Ihr wart alle viel flotter unterwegs, habt viel früher gelenkt.“

Die wichtigste Beobachtung für alle sollte sein, nach kniffligen Situationen stolz sagen zu können „ich habe keinen Unfall gebaut“.

„Das ist eine dankbare Gruppe,“ bilanziert Wolf. „Aber die, die freiwillig kommen, haben sowieso immer Bock auf das Training.“ Egal, in welchem Alter.

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