Auf eine Tasse Kaffee mit ...

Ute Dahlke liegen Musik, Komposition und das Texten im Blut

Die Organistin Ute Dahlke posierte am 06.09.2017 am Orgeltisch der evangelischen Christuskirche in Wattenscheid-Günnigfeld. Sie tat dies für die Serie "Auf eine Tasse Kaffee mit" der WAZ-Lokalredaktion Wattenscheid. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Foto: Olaf Ziegler

Die Organistin Ute Dahlke posierte am 06.09.2017 am Orgeltisch der evangelischen Christuskirche in Wattenscheid-Günnigfeld. Sie tat dies für die Serie "Auf eine Tasse Kaffee mit" der WAZ-Lokalredaktion Wattenscheid. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services Foto: Olaf Ziegler

Wattenscheid.   Ute Dahlke (52) ist Juristin, Organistin und Musikpädagogin. Jetzt schrieb sie ihr erstes Musical „Halleluja, Martin Luther“ und führt es mit Kindern auf.

Sie lebt mit und für ihre Musik. Ute Dahlke (52) hat es sich aktuell zur Aufgabe gemacht, das Leben von Martin Luther in Form eines Musicals auf die Bühne zu bringen. Am 23. und 24. September wird „Halleluja Martin Luther“ im Günnigfelder Wichernhaus an der Parkallee aufgeführt. Sie traf sich auf eine Tasse Kaffee mit WAZ-Mitarbeiter Norbert Philipp an ihrem Arbeitsplatz in der Christuskirche, um über ihr Wirken zu reden.

Als studierte Juristin widmen Sie sich mittlerweile ausschließlich den musischen Künsten? Wie ist es dazu gekommen?

Ure Dahlke: Meine gesamte Schulzeit absolvierte ich in Gelsenkirchen und wohne dort noch immer. Mein Vater, ein Architekt, sah mich in der Wohnungswirtschaft gut aufgehoben. Nach Abschluss meines Jurastudiums übernahm ich die Leitung der Rechtsabteilung einer großen Wohnungsbaugesellschaft. Nach der Geburt meiner zwei, heute erwachsenen Kinder, war es mir unmöglich, den anspruchsvollen Berufsaufgaben gerecht zu werden.

Und Sie begannen, Musicals zu schreiben?

Natürlich nicht, obwohl wir schon immer in unserer Familie musizierten. Eigentlich wollte ich Lehrerin werden und so bin ich zunächst einmal an eine Schule gegangen, um Flötenunterricht zu geben. Es folgten eine Gesangsausbildung, eine Orgelausbildung, ein Engagement an der Oper in Gelsenkirchen und der Aufbau des Schalker Jugendorchesters.

Für Ihren Einsatz im Bereich Kultur/ Schule wurden Sie ausgezeichnet?

Ja, 2008 mit dem Ehrenpreis der Stadt Gelsenkirchen. Das Jugendorchester wird vom Bistum Essen unterstützt, wir sind in ganz Deutschland unterwegs. Anlässlich der Schultheatertage 2011 erhielten wir einen Sonderpreis für „Peter und der Wolf“.

Wie fügte sich dann Wattenscheid in Ihre Biografie ein?

Einen Teil meiner Orgelausbildung absolvierte ich im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid – bei Kreiskantor Andreas Fröhlich. Pfarrer Christian Meier kannte mich und wusste um meine Arbeit. Als an der Günnigfelder Christuskirche eine Organistin gesucht wurde, habe ich mich beworben und spiele seitdem an fast jedem Sonntag die Orgel. In der Kirche und auch die in der Johanneskapelle des ev. Friedhofs an der Westenfelder Straße.

Günnigfeld gefällt Ihnen, weil...

...ich hier eine tolle Gemeinde angetroffen habe. Die Menschen gehen aufeinander zu. Christian Meier hat es geschafft, der Gemeinhaft neuen Schwung zu geben. Die Menschen hier nehmen Anteil und kümmern sich umeinander. Vielleicht ist das Haus deshalb nicht nur zu Veranstaltungen immer gut besucht.

Mit „Halleluja, Martin Luther“ treten Sie erstmals auch als Autorin in Erscheinung. Was erwartet uns?

Zunächst einmal begeisterte Kinder mit grandiosen Ideen, die mitdenken und das Publikum mitreißen. Nach den Erfahrungen der Uraufführung des Stückes im Schloss Horst kann ich das versprechen. Das war im Juli. Immerhin müssen von 18 Kindern doppelt so viele Rollen gespielt werden. Das bedeutet umkleiden und nicht nur das: Da ich ein wenig „kulissenverrückt“ bin, spielt das Geschehen in Weimar, Wittenberg und natürlich auf der Wartburg. Aber wir bilden ein Team und schaffen das zusammen.

Wie sind Sie beim Texten des Musicals vorgegangen?

Ich hatte totale Ruhe und war völlig allein. Alles musste fließen. An insgesamt drei Tagen habe ich das Werk zu Papier gebracht.

Was macht Ihr Stück so besonders?

Natürlich wird im Lutherjahr viel zum Thema geboten. Aber ein Musical für die ganze Familie ist schon was Besonderes. Mit der Musik des kath. Komponisten Bernhard Schürkens bringen wir auch ein Stück Ökumene auf die Bühne des Wichernhauses. Kindgerechte Texte und Ohrwurmlieder begeistern. Zum Schluss stimmen alle mit ein, wenn es im großen Finale heißt: „Halleluja, Martin Luther“.

Welche Figur spielt, neben Martin Luther, eine herausragende Rolle?

Katharina von Bora taucht auf, aber sie ist nicht sonderlich präsent. Ablasshändler Johann Tetzel, der große Widersacher Luthers, spielt eine große Rolle. Der bekannte Spruch „Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“, stammt ja von Tetzel. Die Streitgespräche zwischen den beiden spielen die Kinder ganz toll, sie sind überzeugend bei der Sache.

Mit Kindern aus Günnigfeld arbeiten Sie nicht zum ersten Mal?

Im März 2016 standen 107 Kinder der Grundschule Günnigfeld bei den Schultheatertagen im Musiktheater Gelsenkirchen mit dem Stück „Felizitas Kunterbunt“ auf der Bühne. Es ging um den Umgang mit dem Anderssein, die bedrohte Schöpfung und mehr.

Arbeiten Sie aktuell noch an zukünftigen Projekten?

Ja, mit der Musicalgruppe möchte ich den „Zauberer von Oz“ aufführen. Anders als beim Luther-Musical ist dies ein Stück mit mehreren Hauptrollen, also eine neue Herausforderung.

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