„WAT-Up“ Festival

Urbane Kunst bringt Farbe und Leben nach Wattenscheid-Mitte

Die Künstler Julian Schimanski (l.) und Mehmet Dogan (r.) gestalten die Hauswand von Eigentümerin Katja Salewski mit Graffiti.

Die Künstler Julian Schimanski (l.) und Mehmet Dogan (r.) gestalten die Hauswand von Eigentümerin Katja Salewski mit Graffiti.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  „WAT Up“-Festival feiert Premiere. Künstler gestalten und verschönern Hauswände mit Graffiti. Workshops und Ausstellung kommen in die City.

Es sind Ideen gefragt, um Wattenscheid-Mitte einen neuen Anstrich zu verpassen. Im übertragenen Sinne durch Workshops und Ausstellungen in einem umgenutzten, eigentlich leerstehenden Ladenlokal. Und in gesprühter Form auf Hauswänden und Balkonen an der Hoch-, Bahnhof- und Bochumer Straße. Das „WAT Up“ Urban-Art-Festival feiert Premiere und sorgt für neue Impulse.

Hochstraße muss attraktiver werden

Katja Salewski musste nicht lange überlegen. Sie ist Eigentümerin des Hauses an der Hochstraße 45. Dort gestalten seit Dienstag (15.) zwei Graffiti-Künstler aus Dinslaken die erste Hauswand: „Bei einem Termin der ,Urbanisten’ habe ich Stadtteilmanager Alexander Kutsch kennengelernt. Es wurden Ideen ausgetauscht, was man machen kann, um den Bereich der Hochstraße kurz- und langfristig wieder attraktiver zu gestalten.“

Verein „Streetart/Graffiti Bochum“ organisiert das Festival

Über den Verfügungsfonds des Stadtteilbüros „Soziale Stadt – WAT bewegen“ wurde aus vielen Ideen nun das erste, zweiwöchige Urban-Art-Festival. Für „Wat Up“ stehen insgesamt 37.000 Euro aus Fördermitteln bereit, informiert Kutsch: „Ob auch alles abgerufen wird, steht noch nicht fest. Die Summe ist unterteilt in mehrere Anträge der Eigentümer und des Festival Organisators Streetart/Graffiti Bochum.“ Der Verein um Thomas Doering stellte Kontakt zu fünf Künstlern her, die in den kommenden Tagen Hauswände in Wattenscheid-Mitte mit Graffiti gestalten. Ebenso zeichnet sich „Streetart/Graffiti“ für das kostenlose kreative Begleitprogramm zum Mitmachen verantwortlich.

Ein Tanzworkshop macht am Mittwoch (16.) den Auftakt im Ladenlokal an der Westenfelder Straße 10. Eigentlich leerstehend, wird es auch durch „WAT Up“ mit neuem Leben gefüllt. Ziel des Kurses ist ein Einblick in die Welt des Hip-Hop und Breakdance. Die Ausstellung „Icons“ von Ralf Odermann eröffnet dann am Freitag (18.) um 19 Uhr an gleicher Stelle. Dj Set Somalie legt auf.

Graffiti und Upcycling

Am Samstag (19.) steht bereits der nächste Workshop ins Haus: „Graffiti“ richtet sich an Einsteiger. Unter professioneller Anleitung können die Teilnehmer eigene Buchstaben entwickeln, sie lernen Sprühtechniken kennen und setzen diese dann an einer Wand um.

Bei „Upcycling“ von „1Null7 – das Zuhause für Kreative“ wird am Montag (21.) Neues, etwa Ketten- und Schlussanhänger, aus kaputten Skateboards hergestellt. „Siebdruck-Action“ beschließt am 25. Oktober (Freitag) das Programm zum Mitgestalten im Ladenlokal.

Ecke mit Kunst beleben

An der Hochstraße 45 machen sich Julian Schimanski (32) und Mehmet Dogan (36) mit Sprühdosen ans Werk. Je nach Wetterlage sollte Schimanskis Entwurf in etwa vier Tagen von den beiden selbstständigen Künstlern fertig umgesetzt sein. Zu sehen sein werden „Nachtlichter und ein doppelt gelegtes Porträt. Dabei arbeiten wir viel mit Unschärfe“. Eigentümerin Salewski: „Das Haus gehörte schon meinem Urgroßvater. Mir ist es ein Anliegen, dass unsere Ecke durch die Graffiti-Kunst wieder attraktiver gestaltet wird – vor allem für junge Leute.“

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