Modellflug

Über hundert Starts bei Modellflug-Schnuppertag in WAT

Hat als Anfänger den Flieger fast allein gelandet: Leon Mainusch (14), daneben Modellflug-Lehrer Holger Stein.

Hat als Anfänger den Flieger fast allein gelandet: Leon Mainusch (14), daneben Modellflug-Lehrer Holger Stein.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.   Der eine nennt es heiß, der andere „super Flugwetter“: Bis zu 150 Personen gingen am Sonntag in Begleitung des Modellflugvereins Bochum & Wattenscheid (MFV) in die Luft. Es war schon mal mehr. Dafür verzeichnet der Verein neue Mitglieder.

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Eine erhebende Erfahrung: Mit den Füßen auf der grünen Wiese und dem Kopf in dem kleinen, gleißenden Punkt vor dem wolkenlosen Himmel. Später Sonntagvormittag, „das Flugwetter ist super, es gibt sogar Thermik“, sagt Hans-Jürgen Jessen. Der Mann vom Modellflugverein Bochum & Wattenscheid (MFV) lässt Besucher eins der fünf Übungsmodelle steuern, es ist Schnuppertag auf dem Modellflugplatz gegenüber Zeche Hannover. „Jetzt eine Linkskurve fliegen“, sagt er, „den Flieger gerade legen und ein bisschen geradeaus.“

Wer den Modellflugplatz betritt, kommt am Probeflug kaum vorbei. Der Vereinsvorsitzende Frank Bischoff bietet sofort das Du an, führt kurz in die Theorie ein und schickt einen dann weiter zum Lehrer.

Das Fliegen fällt leichter als gedacht. Aber es ist doch ein ziemlich dreidimensionales Vergnügen, das mehrere Hundert Besucher zu den zwei jährlichen Schnuppertagen ausprobieren dürfen. Von den drei Rudern des gutmütigen Schulungsmodells „Easy Glider“ ist für den Anfänger zuerst nur das Querruder zu bewegen. Wie in der Fahrschule passt daneben der Lehrer auf, bringt den Flieger hoch und wieder runter und greift notfalls mit seiner zweiten Fernsteuerung ein.

Denn um Spielzeuge handelt es sich nicht, warnen die Modellflieger vor falschen Erwartungen. Zwar sei ihr Modellsport grundsätzlich für alle geeignet, „die Interesse und Spaß an Fliegerei, Technik, Werkstoffen und der Bastelei haben“, sagt Modellflug-Lehrer Jessen. Doch müsse jeder wissen, was einem im Handel nicht unbedingt dazu gesagt werde: Fürs Modellfliegen, egal ob mit Flugzeug, Hubschrauber oder Multikopter (landläufig: Drohne), braucht man eine Extra-Haftpflichtversicherung.

Wer Mitglied beim MFV wird, schließt sie mit dem Jahresbeitrag ab: 120 Euro pro Jahr, die Hälfte davon geht an die Versicherung. Dazu braucht der Einsteiger rund 500 Euro, für ein Einsteigermodell wie den „Easy Glider“, die Fernsteuerung, Akkus und Ladegeräte, sagt Jessen. Von sogenannten Ready-to-fly-Kits, die es für 200 Euro gibt, rät er ab. Das seien eben „Spielzeuge“, an denen Anfänger nicht lange Freude hätten.

Und Schnuppergäste sind ja meistens Anfänger. Es sei denn sie heißen Leon Mainusch. Der 14-Jährige hat schon einen Hubschrauber, Interesse an Technik und Aerodynamik sowie einen Flugsimulator auf dem Computer. So bringt er den Flieger ganz gelassen und fast ohne Eingreifen des Fluglehrers sanft auf den Rasen zurück. „Ich fand’s jetzt eigentlich gar nicht so schwierig, das abzuschätzen“, sagt Leon danach. In den Verein wird er wohl nicht eintreten. Interessant sei das Modellfliegen schon. Aber ihm fehle die Zeit für ein weiteres Hobby: „Ich spiele auch Badminton, und ich bin nicht der Typ, der von einem Hobby zum nächsten rennt.“

Dafür hat es bei anderen Probefliegern gezündet. Um kurz nach 16 Uhr meldet der MFV zwei neue Mitglieder.

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