Bildung

Über 1000 Schüler bilden eine Menschenkette für Courage

Mit einer Menschenkette rund um die Maria Sibylla Merian-Gesamtschule wurde ein handfestes Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt.

Mit einer Menschenkette rund um die Maria Sibylla Merian-Gesamtschule wurde ein handfestes Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt.

Foto: Dietmar Wäsche

Wattenscheid.   Die Maria Sibylla Merian-Gesamtschule kämpft gegen Rassismus und Mobbing. Eib Aktionstag fokussiert die Thematik am Tag der Siegel-Verleihung.

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Diese Kette steht für und besteht aus Vielfalt. Rund 1100 Kinder und Jugendliche reichten sich die Hände und bildeten einen Kreis um ihre Maria Sibylla Merian-Gesamtschule (MSM) an der Lohackerstraße. Ein sichtbares Zeichen, sich gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt zu wenden. 98 Prozent aller am Schulleben beteiligten Personen – Schüler, Pädagogen, Verwalter – haben sich mit ihrer Unterschrift dazu verpflichtet. Fortan trägt die MSM das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

„Siegel ist eine Herausforderung“

Der Beitritt zum bundesweit aktiven Projekt des Vereins „Aktion Courage e.V.“, dem laut eigenen Angaben über 2500 Schulen angehören, ist weniger eine Auszeichnung für Erreichtes, sondern viel mehr eine Erinnerung an die gemeinsame Zielsetzung. Ulrich Sauter, Leiter der MSM, nimmt sich und alle Beteiligten in die Pflicht: „Das Siegel ist eine Herausforderung. Wir haben vor einem Jahr begonnen, uns intensiv mit dem Projekt zu beschäftigten. Jetzt muss weiterhin etwas passieren.“

Schülervertretung setzt sich für Projekt ein

Das sieht man in der Schülervertretung (SV), in der hart für die Umsetzung gearbeitet wird und auch der Aktionstag mitorganisiert wurde, genauso. Schülersprecher Ergün Öksüz (18): „Wir haben das Projekt auf einer SV-Sitzung eingebracht. Seitdem ist viel passiert, es war ein langer Prozess, eine Ideenzusammenführung.“ SV-Schülerin Melina Wiese (16) ergänzt: „Es gibt hier viele Bausteine, die in das Projekt gehören.“ Nicht zuletzt für „Zivilcourage“ müsse man sich „langfristig engagieren“, fordert der stellvertretende Schülersprecher Iordan Nikolov (19).

Dabei sieht Sauter die Lehranstalt auf einem guten Weg: „Wir sind eine ,Multi-Kulti-Schule’. Neben 64 verschiedenen Nationalitäten haben wir 60 Geflüchtete in unseren Klassen, deren Integration sehr gut läuft.“ Ein „Internationales Café“ für Eltern bietet zusätzlich monatlich Hilfen.

Mike Büskens zählt zu den Paten

Auch prominente Paten konnte man gewinnen. Mike Büskens, Ex-Fußball-Profi, Uefa-Cup-Sieger mit Schalke 04 1997 und heutiger Profi-Trainer, unterstützt das Projekt und kam zur Verleihung des Siegels an die NRW-Sportschule: „Sport ist immer ein verbindendes Element in der Gesellschaft – unabhängig von der Herkunft. Auf den Spielfeldern und in den Turnhallen findet man sofort Symbiosen.“

Paten sind weiterhin Stadtarchivar Andreas Halwer (Kooperation „Stolpersteine“) und Leichtathletin Pamela Dutkiewicz, die laut Leiter Sauter verletzungsbedingt nicht vor Ort sein konnte. „Die Paten werden uns künftig besuchen und unterstützen, damit unser Ziel langfristig etabliert wird“, so Sauter.

Ballons steigen gen Himmel

Als weitere Zeichen stellten sich die Schüler in Formation auf dem Hof auf, bildeten so das Wort „Wir“ und ließen Ballons mit Wünschen gen Himmel steigen. Vanessa (15): „Wir haben in unserer Klasse 8a darüber gesprochen und uns ,Keine Vorurteile gegenüber Flüchtlingen’ gewünscht.“

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