Sporthalle gesperrt

Turnbund Höntrop hofft auf schnelle Lösung

Christian Eusterfeldhaus hofft auf eine rasche Lösung des Hallenproblems.

Christian Eusterfeldhaus hofft auf eine rasche Lösung des Hallenproblems.

Foto: Dietmar Wäsche

wattenscheid.   Für mehr als 500 Sportler fallen alle Übungsstunden in der Turnhalle an der Höntroper Straße 71 aus. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

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Die Stadt hatte die Halle ohne Vorwarnung am Freitag geschlossen – da ein Notausgang fehlt, wie in einer Begehung festgestellt wurde. Der Turnbund Höntrop als Hauptnutzer – mit knapp 1100 Mitgliedern einer der größten Sportvereine in Bochum – setzt seitdem alle Hebel in Bewegung, damit sich eine Lösung findet. „Wir sind von der Sperrung kalt erwischt worden, leider liegen uns bislang keinerlei weitere Informationen vor“, erklärt TBH-Vorsitzender Christian Eusterfeldhaus.

Auch er hofft, bald endlich mehr zu erfahren. Denn heute findet eine Begehung der Halle durch Vertreter der Stadt und der Politik statt. Offenbar hatten auch die Mitglieder des Sportausschusses, der am Freitag tagte, die Informationen zur Hallenschließung erst am Freitag und ebenfalls ohne Vorwarnung und weitere Hintergründe erhalten. Der Verein nutzt diese Turnhalle in jeder Woche mit 17 Gruppen und 28 Stunden – das sind 40 Prozent seines gesamten Angebots.

Längerfristige Sperrung wäre ein großer Einschnitt

„Hier trainieren in erster Linie Kinder und ältere Sportler, für die der Sport eine hohe grundsätzliche Bedeutung hat. Betroffen sind nach einer konkreten Zählung rund 500 Mitglieder. Eine längerfristige Sperrung wäre für den Verein im Höntroper Herzen ein großer Einschnitt“, sagt Eusterfeldhaus, „ähnlich wie es bei früheren Schließungen der Halle durch die Belegung mit Flüchtlingen in den1980er-Jahren und der Dach-Sanierung der Fall war“. Bei der längeren Schließung in den 80er-Jahren habe der Verein einen Großteil der dort ansässigen Sportler als Mitglieder verloren.

Halle seit Jahrzehnten in Betrieb

Nicht nur die TBH-Mitglieder warten ungeduldig auf Antworten, auch weitere Nutzer sind betroffen, wie Schulen und VHS-Kurse. Die Turnhalle ist seit Jahrzehnten in Betrieb. „Warum ist trotz umfangreicher Sanierung vor rund zehn Jahren und mehrfacher Begutachtung durch städtische Ämter im Zuge des benachbarten Supermarkt-Neubaus der fehlende Rettungsweg bislang nicht aufgefallen?“, so Eusterfeldhaus.

Unter den Mitgliedern sei die Befürchtung groß, „dass über den Weg baulicher Vorschriften die schon beschlossene Schließung der Sportstätte vorgezogen wird – also eine ,kalte’ Schließung.“ Die Stadt hat das Hallengelände samt der benachbarten Fläche, auf der die mittlerweile abgerissene Feuerwache stand, verkauft. Allerdings mit der Auflage, dass die Halle so lange in Betrieb bleibt, bis es Ersatz gibt. Mehr Hallenkapazitäten in Wattenscheid würde der Neubau der Dreifachturnhalle an der Märkischen Schule schaffen, der aber erst in diesem Jahr starten soll; Fertigstellung: Ende 2020.

Anfrage der UWG

Der TB Höntrop, so Eusterfeldhaus, hoffe nun auf eine „unbürokratische, pragmatische und vor allem schnelle Lösung“ und will wissen, wie lange der Zustand andauert. Werner Linke (UWG) wird in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung eine entsprechende Anfrage stellen, auch um zu erfahren, „ob die Verwaltung die Turnhalle für einen nicht absehbaren Zeitraum geschlossen halten will. Wenn nicht: Wie kann man, auch kurzfristig, eine Lösung finden?“

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