Tuningtreff

Carfreitag: Polizei kündigt wieder scharfe Kontrollen an

Die Polizei will wieder verstärkt kontrollieren.

Foto: Ingo Otto

Die Polizei will wieder verstärkt kontrollieren. Foto: Ingo Otto

Bochum-Wattenscheid.   Sehen und gesehen werden – so lautet das Motto, wenn sich Fans der Autotuningszene jährlich zum „Carfreitag“ in Wattenscheid treffen. Die Polizei will hart durchgreifen.

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Mit dem stillen Feiertag Karfreitag hat das nichts zu tun: Die Fans der Tuningszene wollen mit ihren aufgemotzten Autos für Aufsehen sorgen: Breitreifen, dicker Auspuff, tiefer gelegt, Designerfelgen, Sonderlackierung, phonstarke Musikanlage – der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Für sie eine Kultveranstaltung mit Hunderten Fahrzeugen. Und zahlreiche Besucher sehen sich staunend den Aufgalopp an.

Garniert wird alles mit Ehrenrunden

Auf dem Gelände in A40-Nähe, zwei Burger-Ketten in Reichweite, und in den Zufahrtsstraßen geht es dann rund. Viele Motoren und Musikanlagen sind dabei nicht zu überhören. Garniert wird alles mit Ehrenrunden auf dem Gelände und angrenzenden Straßen. Und die Anwohner sind regelmäßig genervt.

Die Polizei kündigt erneut verstärkte Präsenz und intensive Kontrollen an. „Wie in den Vorjahren sind wir mit zahlreichen Beamten und einer Kontrollstation vor Ort im Einsatz. Wir stehen auf dem Gelände selbst, aber auch in den Zufahrtstrecken. Wo genau, wird nicht verraten. Auf der Autobahn sind wir ebenfalls präsent, denn hier beginnen manchmal schon Wettrennen“, erklärt Polizeisprecher Volker Schütte.

Auch Raser im Visier

Die Beamten haben nicht nur Raser im Visier. An einer Prüfstation untersuchen Experten, ob die Veränderungen an auffällig getunten Autos den Vorschriften entsprechen – Auspuff, Tieferlegung, Reifen, Felgen und Motor werden in der Prüfgasse penibel unter die Lupe genommen. Bei Verstößen wird ein Bußgeld fällig, schlimmstenfalls wird das Fahrzeug an Ort und Stelle stillgelegt.

Beim Treffen 2017 wurden 280 Autos kontrolliert, davon 69 beanstandet. Die Fahrzeugkontrollen hatten elf Mal zur Folge, dass die Weiterfahrt untersagt wurde. Besonders zahlreich – nämlich 176 Mal – wurden Tempoverstöße notiert; ein Fahrer war 63 km/h zu schnell unterwegs. Die Bilanz: Neben zahlreichen Verwarnungsgeldern gab es u.a. zwölf Ordnungswidrigkeitsanzeigen und zwei Fahrverbote.

Verabredung über soziale Netzwerke

Wie viele Tuningfans sich diesmal das Spektakel anschauen oder mitmachen, bleibt abzuwarten.

Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Das hängt vom Wetter ab, im Vorjahr zählte die Polizei rund 1100 Autos. Im Jahr zuvor, es war regnerisch und kühl, kamen nur 500 Fahrzeuge im Bereich von Schnellimbiss, Autozubehörhandel und A40. Der „Carfreitag“ am Dückerweg ist keine organisierte Veranstaltung. Die Tuningszene kennt den Termin, Verabredungen erfolgen meistens über die sozialen Netzwerke. „Es ist alles inoffiziell, man trifft sich einfach“, sagt ein Tuningfan. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Ruhrgebiet oder sogar darüber hinaus.

>>> Ein Video vom Carfreitag in 2017:

"Carfreitag" in Bochum

Die Polizei kontrolliert zahlreiche getunte Autos in Bochum und Wattenscheid am "Carfreitag".
"Carfreitag" in Bochum
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