Rollator-Tag

Tricks und Tipps zum richtigen Umgang mit dem Rollator

Gunnar Cronberger, Kundentrainer der Verkehrsgesellschaft Bogestra übte mit Bernhardine Schumacher und anderen Senioren das Ein- und Aussteigen mit einem Rollator.

Gunnar Cronberger, Kundentrainer der Verkehrsgesellschaft Bogestra übte mit Bernhardine Schumacher und anderen Senioren das Ein- und Aussteigen mit einem Rollator.

Wattenscheid.   Seniorenbüro, Polizei, Bogestra und weitere Akteure laden zum Rollator-Tag auf den Alten Markt. Charlotte Rabura hat alle Angebote ausprobiert.

Und plötzlich ist man auf einen Rollator angewiesen. Das selbstständige Laufen funktioniert nicht mehr. Diese Erfahrung hat auch Charlotte Rabura machen müssen. Die 70-jährige, pensionierte Lehrerin erkrankte plötzlich und musste ihr Leben um- bzw. auf einen Gehwagen einstellen. Sie – und viele jüngere und ältere Menschen – konnten gestern beim Rollator-Tag unter professioneller Anleitung üben. Ausprobieren, wie man am besten samt Gehhilfe in den Bus einsteigt, Kopfsteinpflaster bewältigt, über eine Wiese oder eine abschüssige Straße geht. Seniorenbüro und Seniorenbeauftragte, die Polizei, die Verkehrswacht Bochum, die Bogestra und das Sanitätshaus Ilse hatten gestern zum Rollator-Tag auf den Alten Markt eingeladen.

Ängste abgebaut

Charlotte Rabura ist auch gekommen. Und zwar schon gleich zu Beginn – um 9 Uhr. Drei Stunden später ist sie völlig begeistert von dem Angebot. „Ich habe so viel gelernt, habe Ängste abgebaut, habe Sicherheit gewonnen“, ist sie angetan von dem Angebot. „Als ich den Rollator vor ein paar Monaten bekam, musste ich mich erst einmal daran gewöhnen und den Umgang mit dem Gehwagen erlernen.“ Sie habe mit ihrem neuen, ständigen Begleiter auf vier Rädern viel geübt. „Dieses komprimierte Training und die Tipps, die ich hier bekomme, helfen mir sehr.“ Jetzt kann sie ohne Angst in einen Bus einsteigen.

Bus aufgefahren

Die Bogestra hatte zum Aktionstag einen Omnibus auf dem Alten Markt aufgestellt. Und zwei Mitarbeiter zeigten den Interessierten, wie sie samt Rollator sicher und ohne fremde Hilfe in den Bus einsteigen können. Charlotte Rabura: „Ich dachte immer, vorne einsteigen zu müssen, wegen der Fahrkarte. Aber Menschen mit Rollator dürfen nur in der Mitte einsteigen, weil dort mehr Platz ist. Die Fahrkarte kann man dann einfach hochheben. Der Fahrer sieht die schon.“

Funktionen des Gehwagens kennen

Auch den etwa sechs Meter langen Parcours mit unterschiedlichen Hindernissen und Bodenbelägen hat Charlotte Rabura ausprobiert. Der Laufsteg simuliert Wiesengelände, Kopfsteinpflaster, abschüssige oder glatte Straßen und holprige Wege. Die Verkehrswacht oder die Polizei erklärten den Rollator-Benutzern nicht nur, wie sie sicher diese Strecken bewältigen, sondern wie sie ihre Gehhilfe geschickt und ohne viel Kraft anheben können. Charlotte Rabura: „Wenn ich die Bremsen anziehe und dann die Vorderräder anhebe, kann ich leicht über eine Hürde, etwa einen Bordstein, kommen.“

Gute Beratung

Ganz wichtig sei die richtige Körperhaltung am Gehwagen. „Nicht vornüber oder krumm laufen“, so die Erfahrung der Seniorin. „Und der Rollator muss gut eingestellt sein.“ Hier lobte sie die gute Beratung des Wattenscheider Sanitätshauses. „Man muss schließlich alle Funktionen des Gehwagens genau kennen.“

Zulegen wird sie sich jetzt noch ein „Katzenauge“, einen Reflektor aus Plastik, mit dem ihr Rollator und damit sie selbst auch bei Dunkelheit gut zu sehen sind.

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