WAT-Projekt

Wattenscheid: „Tigerstory“ sorgt für Leben im Haus Wiesmann

Eine neue Kulturreihe sorgt im wiedereröffneten „Haus Wiesmann“ in Wattenscheid für Leben – u.a. mit Theater von Markus Kiefer.

Eine neue Kulturreihe sorgt im wiedereröffneten „Haus Wiesmann“ in Wattenscheid für Leben – u.a. mit Theater von Markus Kiefer.

Foto: MK

Wattenscheid-Mitte.  Die Initiative „Mittendrin“ will die neue Kulturreihe „HörBar“ freitags in Wattenscheid etablieren. Von Lesung bis Theater reicht das Programm.

„Jemand hat den Tiger, wenn er in einer schwierigen Situation, vor der alle anderen weglaufen, durchhält und Widerstand leistet.“ So heißt es laut Ankündigung in China – und am Freitag (4. September) auch in Wattenscheid. In der neuen Reihe „HörBar“ der Initiative „Mittendrin“ präsentiert Schauspieler Markus Kiefer (55) das Solo-Stück „Die Tigergeschichte“ und zeigt dem Publikum, was es mit dem Spruch und den Hintergründen auf sich hat.

Ein bekanntes Werk von Dario Fo

Das Stück des italienischen Theaterautors und Regisseurs Dario Fo erzählt die Geschichte eines chinesischen „Revolutionskämpfers“. Verletzt und von seinen Kameraden zurückgelassen, wird ein Soldat von einer Tigerin und deren Baby gefunden. Mit ihrer Hilfe erfährt er eine wundersame Rettung, kehrt zu seinen Bauern zurück und kämpft mit Unterstützung der Tiger gegen seine Widersacher.

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35 Jahre Bühnenerfahrung

Mit der Aufführung im Haus Wiesmann (Hochstraße 65) kehrt Markus Kiefer zu seinen Ursprüngen und Anfängen zurück: „Seit 35 Jahren tingle ich jetzt als freier Schauspieler durch ganz Deutschland, habe auf vielen kleinen und auch großen Bühnen und in Stadttheatern gespielt. Die Tigergeschichte war eines der ersten Solostücke in meinem Repertoire.“

Sekundenschnelle Rollenwechsel

Das Besondere und das Faszinierende daran sind für den Gelsenkirchener noch immer die sekundenschnellen Rollenwechsel. „Es ist eine tolle Geschichte, die mir noch immer großen Spaß macht und die vollen Körpereinsatz erfordert.“ Davon können sich bis zu 32 Personen überzeugen. Martin Lenz, Sprecher der Initiative Mittendrin: „Durch das bestehende Hygienekonzept ist die maximale Zuschauerzahl im Haus Wiesmann begrenzt und Anmeldungen vorab notwendig.“

Gelungene Premiere

Den Auftakt der neuen Reihe „HörBar“ konnte man bereits am 28. August feiern. Christoph Nöllecke, Rudolf Küter und Petra Lüntz-Aldick haben Kurzgeschichten vorgetragen, die durch Akustikmusik mit Gitarre und Cajón von Michael Aldick und Luc Lenz eingerahmt wurden.

Die Resonanz beim ersten Test hätte nicht besser sein können, berichtet Martin Lenz: „Wir waren nach drei Tagen ausgebucht und möchten das Format nun freitags etablieren. Die Wattenscheider und alle anderen Interessierten sollen wissen, dass es dann in der geöffneten Gaststätte verschiedene kulturelle Angebote – Musik, Gedichte, Geschichten, Theater – gibt.“ Bedarf besteht also nach kulturärmeren Corona-Zeiten. Das notwendige Hygienekonzept von „Mittendrin“ sieht neben der reduzierten Zuschauerzahl u.a. feste Plätze und Teilnehmerlisten zur Nachverfolgung vor. Die Theke bleibt für Selbstbedienung geschlossen, alles läuft über Bestellungen, die vom Personal mit Mund-Nasenschutz an die Tische gebracht werden.

Kiefer blickt voraus

Corona sei für den freischaffenden Schauspieler zwar ein großer Einschnitt gewesen. Allerdings will sich Markus Kiefer davon nicht beirren lassen, lieber optimistisch nach vorne blicken: „Es läuft langsam wieder an. Jeden habe ich drei Auftritte.“ Fürs kommende Jahr arbeitet der Gelsenkirchener an zwei weiteren Projekten über den deutschen (Aktions-)Künstler Joseph Beuys (1921-1986) sowie den US-amerikanischen Musiker Chet Baker (1929 - 1988).

Bei der Initiative „Mittendrin“ ist man sehr froh darüber, dass der Auftritt von Markus Kiefer kurzfristig durch eine gemeinsame Bekannte zustande gekommen ist und „HörBar“ jetzt auch Theater in Form des Ein-Mann-Stücks „Die Tigergeschichte“ bieten kann. Lenz: „Finanziert wird die Reihe über den Verfügungsfonds der Sozialen Stadt Wattenscheid-Mitte. Dadurch können wir Kulturschaffenden auch Honorare zahlen.“

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