Stadtentwicklung

Wattenscheid wird auch im Osten Stück für Stück grüner

Daniela Schaefers vom Stadtteilbüro und Hauseigentümer Winfried Gillich können stolz die Früchte des Projekts „Soziale Stadt“ Wattenscheid präsentieren.

Daniela Schaefers vom Stadtteilbüro und Hauseigentümer Winfried Gillich können stolz die Früchte des Projekts „Soziale Stadt“ Wattenscheid präsentieren.

Foto: Gero Helm

Wattenscheid-Heide.  Ganz am Ende von Wattenscheid wächst eine Wildblumen- und Obstwiese. Besucher sind willkommen. Die Stadterneuerung trägt reale Früchte.

Die Kulisse bildet das Stahlwerk an der Essener Straße, davor die Ruhrgebietsautobahn hinter ihren Lärmschutzwänden. Es ist der östlichste Zipfel Wattenscheids, und der wird an einer weiteren Stelle noch ein kleines Stück grüner, was man von der Bochumer Straße aus erst einmal nicht glauben mag. Vielleicht gerade deshalb ist die Wildblumen- und Obstwiese hinter dem Doppelhaus 188/190 für Interessierte frei zugänglich. Willkommen im urbanen Grün.

Es liefen einige Fäden zusammen für Hauseigentümer Winfried Willich, der das Zwölf-Parteien-Objekt direkt an der Bochumer Straße von seinen Eltern erst vor gut eineinhalb Jahren übernahm. Ein Freund aus Dortmund hatte bereits einen Versuch mit Wildblumen und Streuobstbäumen gestartet, bei seinen Mietern kam die Idee eines „Mini-Biotops“ prima an, und schließlich befand er selbst: „Das ist zu schade, um es einfach liegen zu lassen.“

Der Hang fällt beträchtlich ab zur Gollheide, und das exakte Viereck von 250 Quadratmetern wilder Blumen hebt sich ungewöhnlich heraus, die jungen Obstbäume stehen in großzügigem Abstand. Keine große Sache eigentlich, aber genau das, was der Verfügungsfonds des Stadtteilmanagements im großen Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ Wattenscheid unterstützt.

Bunter Tupfen im Stadtteil

„Bürgerschaftliches Engagement in der Nachbarschaft, das die Stadtteilkultur, das Zusammenleben und die Vernetzung im Viertel belebt und aufwertet“, beschreibt Daniela Schaefers vom Stadtteilbüro an der Westenfelder Straße die Kriterien, die für die Förderung stehen. Das trifft hier blau blühend und Früchte tragend zu.

Die Bochumer Fachfirma, die Winfried Gillich lange suchen musste, wie er beschreibt, schälte die Rasenschicht ab, arbeitete die ausgesuchte Wildblumenmischung ein und pflanzte die Obstbäume in den so frisch aufbereiteten Boden. „Zum Glück war das Frühjahr ausreichend feucht, dass alles gute Startbedingungen hatte“, weiß Gillich noch.

Mieter achten auf Pflege und Regeln

Dass es Regeln für den Zugang und die Nutzung der Wiese gibt, zeigt die Info-Tafel an der Bochumer Straße ganz in der Nähe der Haltestelle Elbinger Straße. Dass die auch eingehalten werden, da ist sich Gillich sicher, darauf werden die Mieter schon achten. Denn die übernehmen auch die weitere Pflege des ungewöhnlichen Grünfleckens hinter den Häusern.

Bei der Präsentation, über der sich ein kurzes Hitzegewitter austobt, bahnen sich im Gespräch praktisch von selbst die Verbindungen zu den Anstrengungen der Stadtverwaltung. Gerade ist die neue Klimaschutzbeauftragte mit ihrem Team installiert worden, die Aktion „Bochum blüht und summt“ hält in den Bürgerbüros und den Bezirksverwaltungsstellen noch kostenlos Samentütchen für Wildblumen bereit.

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Außerdem plant die Stadt, ihre Streuobstwiesen auf der Seite mundraub.org einzupflegen. Diese Online-Plattform ermöglicht es, Fundorte zu kartieren, Aktionen anzulegen und Gruppen zu gründen.

An den betreffenden Obstwiesen im Stadtgebiet sind Hinweistafeln aufgestellt: So ist die Ernte nur für den Eigenbedarf gedacht und soll eine Menge von zwei Eimern nicht überschreiten. Es dürfen keine Äste abgebrochen, nicht auf Bäume geklettert und keine Leitern aufgestellt werden. Schließlich herrscht auf den Wiesen Autoverbot.

Mehr auf bochum.de/Umwelt--und-Gruenflaechenamt/Obstwiesen, und auch beim Stadtverband des Naturschutzbundes Nabu unter Tel. 0234/ 547 47 00, über vorstand@nabu-bochum.de und auf www.nabu-bochum.de .

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