Corona

Tanzen in Corona-Zeiten: So geht das in Wattenscheid

Christina und Dennis Straub haben ihre Tanzschule Straub in Wattenscheid seit Mai wieder geöffnet.

Christina und Dennis Straub haben ihre Tanzschule Straub in Wattenscheid seit Mai wieder geöffnet.

Foto: Straub

Wattenscheid-Mitte.  Klare Hygienekonzepte gegen die Corona-Pandemie: In Wattenscheid wird getanzt und trotzdem Abstand gehalten. So klappt das in den Tanzschulen.

Getanzt wird wieder in der Wattenscheider City. Vom bekannten Standard ist man natürlich auch hier abgekehrt. Hygienekonzepte und Lüftungsphasen gehören in den beiden Verbands-Tanzschulen zur täglichen Choreografie. Nach dem Lockdown wurde der Betrieb sofort wieder aufgenommen, als die ersten Lockerungen im Mai in Kraft traten. Zu spüren sind die Corona-Folgen dennoch.

Letzter Boden wurde noch verlegt, die finale Verkabelung erledigt, etwas Deko verteilt in der Tanzschule Straub an der Westenfelder Straße 9. Inhaber Dennis Straub hat nicht wie viele andere renoviert, als der Betrieb notgedrungen stillstand. Aus einem einfachen Grund: „Ich wusste nicht, ob ich hier überlebe. Durch eine Renovierung hätte ich noch zusätzlich Geld verloren.“ Eine Woche lang wurde daher Ende September Tag und Nacht gearbeitet.

Viele Kunden verloren

Rund ein Drittel seiner Kunden, größtenteils neue, hat der 32-Jährige zuvor verloren: „Gleichzeitig haben uns viele langjährige Kunden die Treue gehalten, uns unterstützt und sind sehr solidarisch. Mit der Renovierung möchten wir etwas zurückgeben.“

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Von den ersten Lockerungen profitierten im Mai auch die Tanzschulen. „Der Erlass kam, wir haben geöffnet“, erinnert sich Dennis Straub. „Wir waren bereit, haben in der freien Zeit ein komplettes Hygienekonzept erarbeitet und vorsorglich 1000 Masken für Kunden angeschafft.“

Getanzt wird ohne Maske

Eine Maskenpflicht gilt jedoch nur beim Betreten und Verlassen, nicht beim Tanz selbst. „Also haben wir die überschüssigen Masken an die Familie, Freunde und Firmen verschenkt.“ Während das Parkett mit Abstand zwischen den Paaren wieder bevölkert wird, bleibt die Bar geschlossen. Straub: „Das führt zu weiteren Umsatzeinbußen. Nach sieben erfolgreichen Jahren, in denen wir uns fast immer steigern konnten, werden wir 2020 das schlechteste Ergebnis haben.“

Auch das Tanzstudio Gretzki (Hochstraße 7) öffnete direkt wieder im Mai, berichtet Inhaberin Daniela Kolenda (45): „Wir haben ein Hygieneschutz-Konzept erarbeitet, über unseren Verband an Schulungen teilgenommen, Schutzverordnungen auswendig gelernt.“ Zum Glück „scheint der erste Lockdown an uns vorbeigegangen zu sein“, ordnet Kolenda ein. Sie sagt aber auch: „Sollte es noch einmal so kommen, dürfte es schwieriger werden. Wir sind froh, dass unsere Kunden zufrieden sind und Verständnis haben.“

Klare Konzepte

Beide Tanzschulen haben ein Einbahnsystem eingerichtet, Kurszeiten verkürzt, um ausreichend lüften und Kontakte gering halten zu können. Mit ihren Kundinnen und Kunden hat sich Daniela Kolenda auch während der schwierigen Wochen ausgetauscht: „Im Lockdown haben wir kleine Choreografien gezeigt und immer wieder über den aktuellen Stand informiert.“

Die Bestandskunden sind dem Tanzstudio Gretzki treu geblieben, allerdings befürchtet Kolenda zum Ende des Jahres „die ein oder andere Kündigung. Und unser Kursprogramm ist leider eingebrochen, die Anmeldungen sehr überschaubar. Es gibt einfach wenig neue Kunden.“ Die ausgefallenen Kurse habe man mittlerweile auch nachholen können.

Nachdem Shutdown und Renovierung überstanden sind, hebt Dennis Straub einen positiven Nebeneffekt hervor: „Seit ich 18 bin, arbeite ich sieben Tage die Woche und war noch nie so lange zuhause. Da habe ich es natürlich auch genossen, so viel Zeit mit meiner Familie und den Kindern zu verbringen.“

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