Park & Control

Strafe für eine fehlende Parkscheibe verdoppelt sich fast

„Privatparkplatz“ steht auf dem Schild auf der Stellfläche an der Friedrich-Lueg-Straße. Hier kaufte Martina Voigt für drei Minuten in einem Geschäftfür Tierbedarf ein und erhielt eine Strafe in Höhe von zunächst 30 Euro.

„Privatparkplatz“ steht auf dem Schild auf der Stellfläche an der Friedrich-Lueg-Straße. Hier kaufte Martina Voigt für drei Minuten in einem Geschäftfür Tierbedarf ein und erhielt eine Strafe in Höhe von zunächst 30 Euro.

Foto: RAD

Wattenscheid.   Autofahrerin beschwert sich über die Firma „Park & Control“. In der Hoffnung auf Kulanz nimmt sie Kontakt auf – und erhält eine höhere Rechnung.

Blau-weiße Scheiben erleben eine Renaissance. Immer mehr Parkplätze werden durch Unternehmen bewirtschaftet. Wer sein Fahrzeug abstellt, muss die Ankunftszeit kenntlich machen. Sonst kann ein kurzer Einkauf fix teuer werden. Vertragsstrafen von 30 Euro sind schmerzhaft genug. Wenn sich diese dann fast verdoppeln, Nachfragen Zeit und Nerven kosten, wird es richtig ärgerlich, wie Leserin Martina Voigt mitteilt.

Am 28. Februar parkt die Wattenscheiderin auf einer Stellfläche an der Friedrich-Lueg-Straße. Dort sind auf der unteren Ebene ein Getränkeladen und ein Geschäft für Tierbedarf und -nahrung ansässig. Der Parkplatz wird von der „Park & Control Pac GmbH“ bewirtschaftet. Deren Vertragsstrafen sorgten schon häufiger für Unmut.

Martina Voigt ist schwer verärgert

Auch Martina Voigt ist verärgert: „Ich parke bei ,Fressnapf’, es ist 19 Uhr, dunkel.“ Drei Minuten später ist der Einkauf bereits erledigt. Trotzdem steckt ihr ein Mitarbeiter „eine Verwarnung an die Windschutzscheibe, weil ich ohne Parkscheibe geparkt habe.“ Diese hatte sie nicht ausgelegt, in der Dunkelheit die Schilder nicht gesehen, sagt Voigt offen und erklärte es dem Mitarbeiter. Der zeigte sich hilfsbereit, riet ihr, „den Kassenbon mit Erklärung an Park & Control zu schicken und um Verständnis für das erstmalige Vergehen zu bitten“.

Voigt füllt noch am selben Abend online ein Formular aus – und hört erstmal nichts. „Drei Wochen später erhalte ich eine Aufforderung, 30 Euro plus 6,50 Mahngebühr zu zahlen. Bei telefonischer Rückfrage erfahre ich, dass meine E-Mail nicht angekommen sei, ansonsten hätte ich eine Bestätigung erhalten, wovon ich nichts wusste.“

Eine teure Odyssee

Hier beginnt die teure Odyssee: „Der Mitarbeiter empfiehlt mir, die Nachricht an eine andere E-Mail-Adresse zu schicken.“ Eine Bestätigung samt Zusage, Voigts Anliegen werde geprüft, erreicht die Wattenscheiderin am nächsten Tag. Dann erneut Stille bis zum 20. April.

Ein Inkassounternehmen fordert nun schriftlich 56,60 Euro. Wieder greift Voigt zum Telefon: „Park & Control erklärt mir, dass am 3. April eine Ablehnung meines Antrages verschickt worden sei. Erst hieß es per Post, dann doch per E-Mail. Auf beiden Wegen ist nichts angekommen.“ Voigt resigniert, zahlt die Strafe, um weitere Gebühren zu vermeiden und fragt: „Ist das vielleicht ein Geschäftsmodell? Hätte man mir die Klärung nicht in Aussicht gestellt, hätte ich die 30 Euro bezahlt. So wurde alles in die Länge gezogen, man fühlt sich hingehalten.“

Frist angeblich überschritten

Auf WAZ-Anfrage lässt Park & Control mitteilen, die Strafe nicht storniert zu haben, „da der Kassenzettel erst nach der Frist von zehn Tagen eingegangen ist. Nach spezieller Prüfung des Falls wurde sie darüber vom Kundenservice per E-Mail informiert.“ Dass diese Nachricht nicht ankam, die erste Kontaktaufnahme laut Voigt innerhalb der Frist lag, bleibt somit außen vor.

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