Startschuss für den Straßenkarneval

Sonne blinzelt zum Biwak am Markt

Volle Bühne, voller Marktplatz: Tanzgarden und ihr Fußvolk ließen sich von den Temperaturen zum Biwak nicht schrecken.

Foto: Gero Helm

Volle Bühne, voller Marktplatz: Tanzgarden und ihr Fußvolk ließen sich von den Temperaturen zum Biwak nicht schrecken. Foto: Gero Helm

wattenscheid.   Auch bei frostigen Temperaturen Riesenstimmung auf der Bühne. Gastvereine bringen internationales Flair, die Wattenscheider zeigen Heimatliebe.

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Es gibt eben doch kein wirklich schlechtes Wetter, Schutzpatron Jokus und Petrus hatten zum traditionellen Biwak auf dem Alten Markt einen Mittelweg vereinbart: Kalt, aber trocken, dazu einige Sonnenblinzler, die die zahlreichen Zaungäste bei Laune hielten, und eine entsprechend gut aufgelegte bunte Truppe auf der Bühne, die sich auf der „Zielgeraden“ der tollen Tage in Wattenscheid richtig ins Zeug legte.

Kaffee und Glühwein waren diesmal bald beliebter als Kaltgetränke, und der Grillstand nicht nur für den Appetit gut besucht. Die Gala-Roben mancher karnevalistischer Würdenträger wurden durch wärmende Schals, Umhänge oder Steppjacken ergänzt, die Tanzmariechen machten sich etwas ausgiebiger warm, und manche Stimme schien durch die vorangegangenen Veranstaltungen schon etwas mitgenommen, aber die Stimmung war alles andere als frostig. Auch wenn in den Bäumen noch die Reste der Weihnachtsbeleuchtung hingen.

Selbst die Klänge der Mittagsglocke vom altehrwürdigen Turm von St. Gertrud gingen fast im Trubel unter, und die Karnevalisten zeigten sich in geradezu internationaler Verbundenheit. Die Gäste aus Hattingen wurden mit „Holti Helau!“ empfangen, die Bottroper mit „Bokelt Helau!“, und die stimmgewaltigen Damen vom „Herzblut“-Quartett der Kolping-Spielschar machten klar, es herrscht aber „Wattsche Helau statt Kölle Alaaf!“ (zu: „Wenn dat Trömmelsche jeht“). Was sie mit der Hymne „Wattsche ist mehr als ein Vorort wie Bochum-Langendreer, seit langer Zeit ist WAT schon unsere große Liebe“ zur Freude der mitsingenden und -schunkelnden Biwak-Fangemeinde auch zur eindeutigen „Herzenssache“ erklärten.

Fans haben auf jeden Fall die Gäste des Bottroper Bürgerausschusses mit dem Stadtprinzenpaar Thomas II. und Anne II. gewonnen. Für die heimischen Würdenträger Marc I. und Sarah I. brachten sie überraschend ihren Sessionsteller statt Orden mit und setzten mit ihren flotten Samba-Klängen und beachtlichen Gesangsbeiträgen einen Glanzpunkt. Kein Wunder, dass der Wattenscheider Prinzenclub nach einem Besuch der Prunksitzung in Bottrop jetzt schon wieder 60 Reservierungen für 2019 vorliegen hat.

Die Stimmungscombo „Die Kolibris“ machte sich dann auch beliebt mit der Kurz-Umfrage „Han wer FC Fans hier?“, wohl verleitet durch die vorherrschenden Farben auf dem Markt, Rot und Weiß.

Gänsereiter machen’s spannend


Wer glaubt, die Gänsereiter würden sich zur Neuerung für den traditionellen Wettkampf am Rosenmontag schon jetzt in die Karten kiebitzen lassen, irrt. Die halten die Spannung noch aufrecht. Es gibt bekanntlich keine echte Gans mehr.

Der gerade verteilte Flyer aus Höntrop verrät: Es bleibe spannend; man habe sich „selbstverständlich etwas einfallen lassen“ zum „Traditionellen Reiterspiel 2.0“.

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