Chorprojekt „Just Sing“

Singen im Chor verbindet Menschen verschiedenster Nationen

Chorleiterin Christiane Hartmann probt mit den Teilnehmern Gospels, Spirituals und auch Pop-Songs. Foto:Gero Helm

Chorleiterin Christiane Hartmann probt mit den Teilnehmern Gospels, Spirituals und auch Pop-Songs. Foto:Gero Helm

Wattenscheid.  St. Johannes in Leithe hat Projekt „Just Sing“ gestartet. 60 Teilnehmer aus vielen Ländern machen mit. Abschlusskonzert auf Gemeindefest geplant

Ein internationales Chorprojekt gründet sich gerade in der Leither Gemeinde St. Johannes. Es nennt sich kurz und knapp „Just Sing“ – „sing einfach“. Willkommen sind hier alle, die Lust und Spaß am Chorgesang haben. Die erste „Just Sing“-Probe ist mit über 60 musikbegeisterten Stimmen über die Bühne des Pfarrheims gegangen.

Bewegende Momente

„Es war ein bewegender Moment, Jugendlichen und Erwachsenen, Alteingesessenen und Neu-Wattenscheider und Menschen unterschiedlichster Herkunft zu beobachten, die von der ersten Minute an Spaß an einem gemeinsamen Singen hatten,“ so Gemeindereferentin Anke Wolf. Die Teilnehmer kommen aus Syrien, dem Irak, Nigeria, Guinea, Madagaskar, Serbien, Italien, Bochum, Wattenscheid, Essen, Mülheim, Witten und Dortmund.

Das Eis gebrochen

Chorleiterin Christiane Hartmann schaffte es sofort, mit den ersten Klängen am Keyboard und ihrer Stimme, das Eis zu brechen, so dass alle begeistert mitsangen und klatschten. Gesungen und eingeübt werden Gospels, Traditionals und auch Pop-Songs. Am Ende soll ein Repertoire für ein Konzert dabei herauskommen.

Kontakt aufgenommen

Anke Wolf zur Entstehung des Projekts: „Das Ganze ist eher per Zufall zustande gekommen. Ich habe über eine ganze andere Schiene Kontakt zu Christiane Hartmann bekommen.“ Und das kam so: Der Familienchor der Gemeinde St. Johannes suchte eine neue Chorleitung. Hartmann, Musiklehrerin an der Schillerschule und erfahrene Chorleiterin, wurde als mögliche Kandidatin genannt. Anke Wolf: „So habe ich Kontakt aufgenommen.“

Gemeinde betreut

Die Gemeinde St. Johannes hilft und betreut seit langem schon Zuflucht suchende Menschen. „Mit Geflüchteten und Menschen, denen Vielfalt lieber ist als Einfalt und die Spaß am Singen haben, soll das Chorprojekt ,Just Sing’ stattfinden“, so kündigte die Gemeinde ihr Vorhaben an. Die katholische Gemeinde St. Johannes und der Malteser Hilfsdienst, der die Flüchtlingsunterkunft an der Emil-Weitz-Straße in Wattenscheid betreut, dort integrative Arbeit leistet, bieten das Chorprojekt gemeinsam an.

„Und für ein Miteinander bietet sich ein gemischter Chor geradezu perfekt an“, ist Anke Wolf überzeugt. Inhaltlich vorgesehen ist viel Körperarbeit sowie Vor- und Nachsingen: ein Repertoire aus Spirituals, Pop, traditionellen und auch deutschen Volksliedern.

Bistum Essen unterstützt

Geplant ist ein Abschlusskonzert des Chores zum Gemeindefest der Gemeinde St. Johannes am 24./25. Juni. Eventuell könnte es weitere Konzerte geben, je nachdem, wie sich der Chor entwickelt. Finanziert wird das Projekt bisher übrigens über den Flüchtlingsfonds des Bistums Essen und über die Möglichkeiten, die der Malteser Hilfsdienst bietet.

Sprachprobleme überwinden

Der Zuhörer und Beobachter merkt schon das während des Singens, dass ein besonderes Gemeinschaftsgefühl entsteht. Die Chorteilnehmer sind froh, „wenn wir sie dort abholen, wo sie gerade in ihrem Leben stehen,“ so Gemeindereferentin Anke Wolf. Und die Sprachprobleme sind gering, werden doch miteinander die gleichen Texte gesungen.

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