Fußgänger

Senioren setzen sich für Sicherheit im Straßenverkehr ein

Diskutierten und kontrollierten anschließend selbst: Die Teilnehmer der Reihe „Sicher und mobil unterwegs“ vor einem Zebrastreifen an der Propst-Hellmich-Promenade.

Foto: Timo Gilke

Diskutierten und kontrollierten anschließend selbst: Die Teilnehmer der Reihe „Sicher und mobil unterwegs“ vor einem Zebrastreifen an der Propst-Hellmich-Promenade. Foto: Timo Gilke

Wattenscheid.   Wie verhält man sich an Zebrastreifen? Welche Ampelphasen sind zu kurz? Die Info-Reihe „Sicher und mobil unterwegs“ soll Antworten liefern.

Zebrastreifen und Ampeln sollen Fußgängern das sichere Überqueren von Straßen ermöglichen. Nicht immer können die Hilfen ihrer Aufgabe auch gerecht werden. Wie Passanten sich vorausschauend verhalten, Gefahren vermeiden können, war Thema des dritten Treffens der Reihe „Sicher und mobil unterwegs“. Doch auch auf unwegsame Passagen machten die gut 15 Besucher aufmerksam, mit dem Ziel, die Situation für alle zu verbessern.

Zu Beginn der Veranstaltung trudelt die „Spaziergänger-Gruppe“ des Seniorenbüros in der Begegnungsstätte (Propst-Hellmich-Promenade) ein: „Für sie ist das Thema natürlich von besonderer Bedeutung“, weist Nadine Urlacher (Caritas, Projekt „Altengerechte Quartiere.NRW“) auf das Motto des Tages hin. Dozent Guido Jabusch, Geschäftsführer der Verkehrswacht Bochum und Polizist, bringt es auf den Punkt: „Wir möchten Unfällen vorbeugen. Vor allem an Zebrastreifen kommt es aber immer wieder zu heiklen Situationen.“ Denn: „Häufig interessiert es Autofahrer scheinbar nicht, wenn Fußgänger queren möchten.“

Mängel dem Seniorenbüro melden

Neben grundlegenden Verhaltensregeln – nach links und rechts schauen, Blickkontakt zum Autofahrer herstellen – kann auch ein Handzeichen oder auffällige Kleidung mit Reflektoren dabei behilflich sein, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Ebenfalls wichtig, ermutigt Jabusch: „Melden Sie Mängel, wie defekte Ampelanlagen, am besten gleich hier im Seniorenbüro.“ Nadine Urlacher pflichtet bei: „Wir sehen uns als Vermittler und würden uns wünschen, künftig auch einen konkreten Ansprechpartner der verantwortlichen Stellen kontaktieren zu können.“ Schließlich sollen Anregungen ankommen und umgesetzt werden.

Dass dies nicht immer der Fall ist, muss Helga Hartstock (77) erfahren: „An der Ecke Weststraße/Berliner Straße ist ein hoher Kantstein, über den ich mit meinem E-Rollstuhl nicht drüber komme. Jedes Mal muss ich einen Umweg in Kauf nehmen, habe es schon häufig gemeldet, passiert ist bislang nichts.“

Grünphase kommt zu kurz

Auch die Ampelschaltung am August-Bebel-Platz (WAZ berichtete) sorgt weiterhin für Unmut – nicht nur, aber besonders unter den Senioren, wie Ursula Sieg (76) stellvertretend berichtet: „Aus Richtung Innenstadt kommend hat man keine Chance, beide Straßen zu überqueren, weil die Fußgängerampel viel zu kurz Grün zeigt.“ So müssen Passanten weiterhin Wartezeiten in der Mitte in Kauf nehmen. Die nächste Ampelanlage, in Richtung Rathaus gelegen, habe generell „sehr lange Wartezeiten“, ergänzt Ulrike Hoffmann (43), die als Begleiterin an der Informationsreihe teilnimmt.

In Gruppen machen sich die Teilnehmer dann auf, um die beiden Orte sowie Zebrastreifen samt Tiefgarage unterhalb der Propsteikirche zu prüfen. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit präsentiert und sollen künftig für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik