150 Jahre Feuerwehr

Selbst am 150. ist die Feuerwehr Wattenscheid im Einsatz

Umlagert war der Star, der historische Kranwagen, mit weiteren Oldies beim Tag der offenen Tür an der Wache an der Grünstraße.

Umlagert war der Star, der historische Kranwagen, mit weiteren Oldies beim Tag der offenen Tür an der Wache an der Grünstraße.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.  Sogar bei der 150-Jahr-Feier mit Tag der offenen Tür muss die Feuerwehr ausrücken. Rund um die Wache in Wattenscheid feiern derweil die Besucher.

Überraschungen hatte Branddirektor Simon Heußen versprochen, und es kamen sogar welche, von denen er nicht gar nichts wusste. Noch bevor der Festumzug zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Wattenscheid auf der Wache I an der Grünstraße eintraf, rückte dort ein Rettungswagen zum Einsatz aus. Über Mittag forderte dann ein Fritteusenbrand in der Stadt den nächsten Einsatz, und auch beim abendlichen Unwetter waren die Löschzüge gefragt. Doch bis dahin gab es eine „runde“ Geburtstagsfeier mit einem reibungslosen Tag der offenen Tür der gesamten Bochumer Wehr.

Tatsächlich schaffte es Heußen, den offiziellen Festakt mit OB Thomas Eiskirch (SPD) und Überreichung der Urkunde ungewöhnlich und geradezu persönlich zu gestalten. Denn weder Tobias Ludwig noch Klaus Flucks hatten ihre Ehrentage selbst auf dem Schirm. Der Leiter der Einsatzeinheit WAT-Mitte und damit Hausherr der Freiwilligen an der Grünstraße war 1994 in der Jugendfeuerwehr gestartet und bekam das Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre Zugehörigkeit.

Ungewöhnliche Auszeichnungen

Beim 100. Geburtstag der Feuerwehr, also vor stattlichen 50 Jahren, war Klaus Flucks in den Dienst getreten und hat nun eine Sonderauszeichnung in Gold. Er ist immer noch Feuerwehrarzt und war über Jahre auch stellvertretender Löschzugführer, Sprecher der Freiwilligen und Abschnittsführer.

„Du kannst Dir die ja schlecht selbst umhängen“, unkte Karl Appelhoff bei der Ehrung, der aktuelle Freiwilligen-Sprecher und Löscheinheitsführer in Günnigfeld. Appelhoff hielt mit Feuerwehr-Seelsorger Hajo Witte, Propst Werner Plantzen und Pfarrerin Monika Vogt die Ansprachen zur Kranzniederlegung vor der Friedenskirche an der Hochstraße, die zu Anfang des langen Tagesablaufs standen.

150 Jahre Dienst am Bürger

Gemeinsam unterstrichen sie, dass diese 150 Jahre immer auch Dienst am und für den Bürger waren, nicht nur in Wattenscheid, sondern unterstützend auch in der Gesamtstadt. „Der Marktplatz wäre übervoll, wenn wir alle Aktiven und Geretteten aus dieser Geschichte jetzt hier hätten, und sie hätten viel zu

erzählen“, fasste Witte zusammen, und erinnerte: „Ihr seid wichtig, wir brauchen euch.“

Feierliche Kranzniederlegungvor dem Festzug

Appelhoff appellierte gerade mit Blick auf die boomende Jugendfeuerwehr und die andererseits fehlende Wertschätzung für die Feuerwehr: „Tretet ein, macht den Mund auf, habt Spaß, setzt euch für das Gemeinwohl ein!“ Und er erinnerte bei der Kranzniederlegung an „das Erbe der Väter, die vor uns den Dienst geleistet haben“, und an die Feuerwehrleute, die im Dienst ihr Leben ließen. Die Solo-Begleitung des Trompeters zu „Ich hatt’ einen Kameraden“ sorgte sicherlich für eine Gänsehaut.

Einsatzübungen auch bei Sommerhitze

Spätestens mit dem Eintreffen des Festzuges auf dem Hof der Wache an der Grünstraße füllte sich das Gelände um die Wattenscheider Feuerwehr-Zentrale beträchtlich. Die einzelnen Abteilungen nutzten den

Tag, um auch bei schweißtreibenden Temperaturen ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, ob bei der Höhenrettung am Schlauchturm, bei der Brandbekämpfung am eingenebelten Container, ob Rettungshundestaffel und Jugendfeuerwehr.

Die Zahl der Helfer neben den hauptamtlichen Kräften und denen der Freiwilligen mochte „Hausherr“ Tobias Ludwig kaum zu überschlagen. Bis zum frühen Abend herrschte jedenfalls reger Betrieb auf dem Gelände. Und außerhalb, bei den Einsätzen.

Virtuelle Bilder von der Veranstaltung finden Sie auf www.fw150.bo360.de.

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