Sicherheit für Senioren

Rollatortag sorgt bei Senioren für Sicherheit im Alltag

Rosemarie Klages (82) bewältigt unter Anleitung von Bernd Albers (Verkehrswacht, links) und Guido Jabusch (Polizei Bochum und Geschäftsführer Verkehrswacht) den Parcours auf dem Alten Markt.

Rosemarie Klages (82) bewältigt unter Anleitung von Bernd Albers (Verkehrswacht, links) und Guido Jabusch (Polizei Bochum und Geschäftsführer Verkehrswacht) den Parcours auf dem Alten Markt.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  Senioren trainieren in Wattenscheid, wie man sicher mit Rollatoren unterwegs ist. Hilfsmittel sollen dafür sorgen, im Alter aktiv zu bleiben.

„Wunderbar. Und jetzt langsam drehen, mit dem Rollator mitgehen.“ Gunnar Cronberger führt eine Seniorin mit ihrem Rollator sicher durch den Parcours, der auf dem Alten Markt aufgebaut ist. Der erste Vorsitzende der Verkehrswacht weiß, worauf es beim Training mit den alltäglichen Hilfsmitteln ankommt. Den Teilnehmern möchte man Ängste nehmen, Mut machen: „Die Bürger sollen aktiv bleiben und am Leben teilnehmen.“

Wie wichtig der Rollatortag im Herzen der Alten Freiheit ist, zeigen Rosemarie Klages’ Aussagen. Die 82-jährige Ur-Wattenscheiderin hat den Parcours mit verschiedenen Untergründen und Hindernissen gemeistert: „Man kennt es ja aus dem Alltag, übt aber nicht so viel, wie man sollte. Meine Kinder haben mir wieder nahegelegt, heute hier mitzumachen.“ Die Handhabung sei erstmal ungewohnt, sagt Klages, das Training gebe Sicherheit. Sie selbst sei noch häufig unterwegs, auch mit Bussen und Bahnen der Bogestra.

Einstig in den Bus erproben

Das Verkehrsunternehmen hat daher direkt einen Linienbus auf dem Alten Markt platziert. Bogestra-Mitarbeiter Berthold Delantonio erklärt Siegfried Zimmermann (68) den sicheren Ein- und Ausstieg mit dem Rollator: „Nah an den Bus heranfahren, Bremsen ziehen, Rollator anheben, zu sich hinziehen und die Stufe hochschieben. Jetzt an der Tür festhalten und sich selbst hochziehen.“ Oben werden die Bremsen wieder gelöst und ein sicherer Sitzplatz gesucht. Der Ausstieg erfolgt rückwärts und ganz wichtig: in Ruhe.

Zimmermann lobt den Hinweis: „Dadurch verliere ich die Angst, dass der Busfahrer in Eile ist und die Türen zugehen. Ich lasse mir jetzt die Zeit, die mir gegeben wird.“ Zuvor sei er immer möglichst schnell ein- und ausgestiegen: „An mich habe ich dabei nicht gedacht.“ Zwischenfälle mit Fahrgästen, die mit Rollatoren unterwegs sind, gebe es zum Glück generell „eher weniger“, informiert Delantonio.

Der Rollatortag habe sich in Wattenscheid bewährt, freut sich Mitorganisator Bernd Albers (Verkehrswacht). Im fünften Jahr zieht die Veranstaltung erneut viele Interessierte an: „Seit 9 Uhr haben wir hier volles Programm. Schön ist, dass wir einen ,Rundgang’ anbieten können, der alle Bereiche umfasst.“ Neben dem praktischen Training am Bogestra-Bus und auf dem Parcours beraten das Seniorenbüro WAT sowie die Verkehrsprävention und die Senioren-Sicherheitsberater der Polizei. Am Stand des Sanitätshauses Ilse können sich die Teilnehmer ihre Geräte einstellen lassen, erklärt Albers: „Das bringt Sicherheit für die Menschen. Nur wer ein technisch einwandfreies Produkt hat und es beherrscht, kommt gesund ans Ziel.“

Dafür sorgt unter anderem Jacqueline Neubrand. Die Mitarbeiterin des Sanitätshauses nennt typische Probleme: „Die Griffhöhe ist häufig nicht richtig eingestellt, auch die Bremsen werden kontrolliert.“ Viele Standard-Kassenmodelle seien zwar umsonst, aber auch recht schwer. „Ein sehr gutes Modell bekommt man zum Beispiel für 317 Euro.“

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