Baulärm

Rammarbeiten bringen Anwohner in Wattenscheid auf die Palme

Die Rammarbeiten in Wattenscheid-Westenfeld nerven die Anwohner.

Die Rammarbeiten in Wattenscheid-Westenfeld nerven die Anwohner.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Westenfeld.  Rammarbeiten für ein Neubauvorhaben in Wattenscheid sorgen für Stress bei den Anwohnern. Baulärm und enorme Erschütterungen im Video.

Rund 280 Betonpfähle mit zehn bis 20 Metern Länge werden derzeit am Schumannweg in Westenfeld in den Erdboden gerammt für das Neubauvorhaben der Wohnungsbaugenossenschaft Wattenscheid.

Bochum: Anwohner genervt von Baulärm am Schumannweg
Bochum- Anwohner genervt von Baulärm am Schumannweg

Für die Anwohner bedeutet das eine enorme Lärmbelästigung verbunden mit Erschütterungen bis in die Wohnungen. „Die Rammarbeiten beginnen gegen um 7.30 Uhr und dauern oftmals bis nach 17 Uhr“, erklärt Anwohner Michael Citrich. „Seit über einer Woche läuft das hier so.“

Anwohner genervt von Lärm und Erschütterungen

Das ist einfach unerträglich“, sagt auch Rainer Dahlbeck. Leonie Kaczmarek, die schon seit 57 Jahren hier wohnt, stimmt ihm ebenfalls zu. Am Donnerstagvormittag versammelten sich zahlreiche Bewohner vor der Großbaustelle und taten ihren Unmut kund, wo kürzlich noch Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg gefunden und entschärft wurden; viele Menschen wurden evakuiert.

„So kann es nicht weitergehen. An eine Mittagspause etwa von 12 bis 13 Uhr wird sich nicht gehalten. Informationen an die Mieter gab es im Vorfeld nicht“, sagt Michael Citrich. Formulare zur Mietminderung von rund 20 Prozent werden verteilt; einige Mieter haben schon eine Mietminderung erhalten. Anwohner holen die Polizei am Donnerstagmittag wegen des Lärms.

Eine Bewohnerin sagt: „Bilder und Uhren sind schon von den Wänden gefallen. Mobiliar und Geschirr zittern. Und es gibt Risse in Wänden.“ Auf den Balkon könne man nicht mehr gehen, wer kann, verlässt seine Wohnung in der Zeit der Rammarbeiten. Doch kann das nicht jeder, viele Menschen sind im hohen Alter. Über der Baustelle liegt zudem der Geruch von verbranntem Holz, das bei den Arbeiten zum Einsatz kommt. Auch Rainer Rogall (SPD Westenfeld) ist vor Ort: „Das hätte man anders machen können als mit solchen Rammarbeiten“, meint er.

Bodengutachten eingeholt

Michael Brüning, Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft Wattenscheid, erklärt: „Diese Pfahlgründung ist nötig, weil der Boden nicht tragfähig genug ist.“ Eine Spezialfirma sei beauftragt worden. Zuvor sei ein Bodengutachten eingeholt worden, das die Rammpfähle empfiehlt. „Insgesamt dauern diese Arbeiten 13 bis 14 Werktage. Messgeräte ermitteln die Erschütterungen, so dass die Grenzwerte eingehalten werden. Das wird ständig kontrolliert.“ Die Rammarbeiten würden von Montag bis Donnerstag durchgeführt, dann sei drei Tage Pause. Er erklärt, keine Einladung zu dem Ortstermin am Donnerstag erhalten zu haben.

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