Verkehrsverstöße

Politiker wollen Autofahren und Parken in der City stoppen

Auf der Fläche nahe des Brunnens am August-Bebel-Platz wird oft widerrechtlich geparkt..

Auf der Fläche nahe des Brunnens am August-Bebel-Platz wird oft widerrechtlich geparkt..

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.  Die Politik will das Parken und Durchfahren mit dem Auto in der Fußgängerzone stoppen. Die Feuerwehr lehnt aus Sicherheitsgründen Poller ab.

Die Parkverstöße in der Innenstadt – vor allem im Bereich der Fußgängerzone – sind den Bezirkspolitikern schon lange ein Dorn im Auge. Und erst recht das Einfahren in die fußläufigen Bereiche, ob vom August-Bebel-Platz aus, der Westenfelder-, der Saarland- oder auch der Freiheitstraße aus. Dieses Thema hat wieder einmal die Wattenscheider Bezirksvertretung beschäftigt.

Das „verbotswidrige Befahren der Innenstadt Wattenscheid zu verhindern“ ist die Überlegung von Verwaltung und Politik. Im Ältestenrat machte die Verwaltung den Vorschlag, durch „Rahmenschilder“ auf Augenhöhe, also Tafeln, die eingerahmt sind oder Werbeträger, das Einfahren zu erschweren. Dazu wurden Gespräche mit der Feuerwehr bezüglich der Rettungswege und Aufstellflächen solcher „Rahmenschilder“ geführt. Hier ergab sich, dass die Möglichkeit der vollständigen Absperrung an den Einfahrtsituationen der Wattenscheider Innenstadt nicht gegeben ist.

Andreas Heiming vom Tiefbauamt erklärte in der Sitzung dazu: „Absperrungen, etwa durch fest installierte Poller, erteilt die Feuerwehr eine Absage. Sicherheit geht vor und die Rettungswege müssen immer und ständig zu befahren sein.“ Wörtlich: „Es gilt, die Einfahrten für den Rettungs- und Brandschutzverkehr an den vorgeschlagenen Konfliktpunkten Westenfelder Straße, August-Bebel-Platz im Bereich der Grillstube und Saarlandstraße jederzeit frei zu halten.“ Der Ältestenrat beauftragte danach die Verwaltung, alternative Lösungen für Sperrungen zu suchen. Aber auch die Stadt lehnt – in Übereinstimmung mit der Feuerwehr – die vollständigen Sperrungen der Zufahrtsmöglichkeiten ab.

Vorschlag von Gummi-Pollern

Heiming räumte ein, „dass dort, wo die Feuerwehr durchfahren kann, auch alle anderen Verkehrsteilnehmer fahren.“ Wolfgang Rohmann (SPD) schlug vor, Gummi-Poller zu installieren, über die die Feuerwehr drüberfahren kann.“ Heming (Tiefbauamt): „Diese Gummi-Poller gibt es, aber man kann nicht darauf stehenbleiben. Dann knicken sie ein.“ Oliver Buschmann (Grüne): „Am Gertrudenhof gibt es Poller, die herausgenommen werden können. Das geht auch.“ Tiefbauamt und Bezirkspolitiker einigten sich darauf, noch einmal mit der Feuerwehr darüber sprechen zu wollen. Und zwar am besten in einer Sitzung der Bezirksvertretung.

Bezirksbürgermeister Manfred Molszich, den das Durchfahren und die Parkverstöße besonders nerven, hatte bereits im Dezember 2017 eine Begehung mit Polizei und Ämtern durchgeführt. Er meinte: „Es muss doch möglich sein, Poller aufzustellen, die die Feuerwehr herausnehmen kann.“

Engstellen in der Innenstadt

Überhaupt gebe es etwa an der Rosen- und Hagenstraße enge Stellen – auch für die Rettungsdienste. Molszich: „Das seit Jahren langer Zeit eingerüstete alte Haus an der Rosenstraße und auch die geparkten Autos vor dem Restaurant am Alten Markt sind Engstellen. Wie soll die Feuerwehr dort mit einem Leiterwagen durchkommen?“ Und wies damit die Argumentation des Tiefbauamtes, keine Poller zu installieren, zurück. „Es muss nach Möglichkeiten gesucht werden“, so Molszich. Und: „Das Thema Parken und Fahren in der Innenstadt ist für mich nicht erledigt. Da bleiben wir am Ball.“

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