Neubau

Pappeln in Wattenscheid müssen Garagenhof weichen

Abgeholzte Pappeln stapeln sich an der Vorwärtsstraße in Wattenscheid. Sie wurden ganz in der Nähe gefällt.

Abgeholzte Pappeln stapeln sich an der Vorwärtsstraße in Wattenscheid. Sie wurden ganz in der Nähe gefällt.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Leithe.  Die gefällten Pappeln an der Schulstraße mussten einem Garagenhof weichen. Seit drei Wochen liegen sie nun schon in der Vorwärtsstraße.

Seit fast drei Wochen liegen sieben gefällte Pappeln an einem Grundstück in der Vorwärtsstraße. Dort warten sie auf ihren Abtransport. Zum Leidwesen einiger Anwohner. „Es ist hier ein unangenehmer süßlicher Fäulnisgeruch entstanden, so dass wir mittlerweile oft die Fenster schließen müssen“, erklären Frank Schröder und Joachim Rost, die hier schon seit vielen Jahren wohnen.

Garagenbau in der Schulstraße

Gefällt wurden die Weidengewächse aber gar nicht vor Ort, sondern gleich um die Ecke an der Schulstraße. Ein Kran hat sie anschließend an den heutigen Lagerplatz gehievt. Laut Beckmannshof Immobilien GmbH war die Fällung dort für ein neues Bauvorhaben nötig geworden. „In der Nähe der denkmalgeschützten Häuser in der Schulstraße soll ein Garagenhof entstehen“, erklärt Carl-Wilhelm Beckmann, Geschäftsführer der Firma. Einige der Bäume sollen so morsch und brüchig gewesen sein, dass sie eine Gefahr für den Garagenhof geworden wären.

Die „Schulstraße Grundstücks GmbH“, der das Grundstück gehört und die auch die Garagen bauen lässt, sah sogar Gefahr im Verzug. Einige Pappeln sollen schon abgeknickt gewesen sein. Die Stadt hat nach Rücksprache mit allen Beteiligten ihr Okay zu den Baumfällarbeiten gegeben und eine Baugenehmigung erteilt.

Mehr Parkraum für Bewohner?

Die rund 20 Stellplätze (sowohl Garagenplätze als auch freie Stellplätze) sollen den Bewohnern der Schulstraße 12 und 14 vorbehalten sein. Insgesamt ist das Gebiet ohnehin schon dicht besiedelt. Darum gab es im Vorfeld der Bauvorhaben bereits Kritik einiger Anwohner. Die fürchteten - auch aufgrund von KiTa und Grundschule in der Nähe - ein Verkehrschaos.

Bleibt die Frage, warum die abgeholzten Pappeln nun schon so lange vor den Schlafzimmern der Bewohner der Nebenstraße liegen. „Die Firma, die damit beauftragt ist, hat gerade viel zu tun - außerdem ist immer noch Urlaubszeit“, erklärt Beckmann. Er verspricht aber, dass die Bäume alsbald abgeräumt werden sollen: „Wir haben das auf dem Schirm!“

Warten auf den Abtransport

Die Verzögerung hat auch mit der Art des Abtransports zu tun. Das Holz soll von einer großen Maschine zerkleinert und laut Beckmann danach biothermisch verarbeitet werden. Bis die Maschine an der Vorwärtsstraße sein kann, dauert es aber eben noch etwas. Frank Schröder und Joachim Rost machen sich währenddessen nicht nur wegen des Geruchs Sorgen. Mittlerweile hat es zwar geregnet, „vorher war das Holz aber schon staubtrocken, da kann eine Zigarette ausreichen, um das ganze zu entzünden“, fürchtete Schröder. Dank des Regens der letzten Tage sollte diese Gefahr nun zwar erstmal gebannt sein, dem Geruch wird die neue Feuchtigkeit aber wohl eher nicht zuträglich sein. Die beiden Männer hoffen, dass der Abtransport nicht mehr zu lange auf sich warten lässt.

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