Jubiläum

Ortsgruppe Leithe feiert 70 Jahre Gemeinschaft leicht verzögert

Leiterin Elisabeth Löwentat vor der ehemaligen „Hollandschule“. Dort war die Awo-Gruppe Leithe bis 2011 über viele Jahre beheimatet.

Foto: Gero Helm

Leiterin Elisabeth Löwentat vor der ehemaligen „Hollandschule“. Dort war die Awo-Gruppe Leithe bis 2011 über viele Jahre beheimatet. Foto: Gero Helm

Wattenscheid.   1946 wurde der Ortsverein Leithe der Arbeiterwohlfahrt (Awo) gegründet. Das runde Geburtstagsfest wird im September nachgeholt.

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Das Ende bedeutete unzählige Anfänge und Aufbrüche. Der Zweite Weltkrieg war vorbei, Leid gesät, Schicksale und Gebäude lagen in Trümmern. Aus diesen Ruinen entstand 1946 auch in Leithe ein eigenständiger Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo).

Bei ersten Treffen wurde „seelischer und geistiger Ballast bewältigt, geordnet und aufgearbeitet“, wie es in der aktuellen Festschrift heißt. Gleichzeitig stand das Erinnern im Fokus; an schweigende Waffen und die „Befreiung von der Nazidiktatur“. Aus dem Ortsverein wurde eine Gruppe, die nun mit ihren 111 Mitgliedern groß ihren runden Geburtstag (nach)feiert: „70 Jahre“ heißt es, leicht verspätet, am 8. September.

„Das holen wir nach.“

Die Verzögerung kann Leiterin Elisabeth Löwentat (75) schnell erklären: „Wir hätten den 70-jährigen Geburtstag unserer Gruppe fast vergessen. Mehr durch Zufall bin ich über eine Broschüre zum 50-jährigen Bestehen darauf aufmerksam geworden und habe sofort gesagt: Das holen wir nach.“

Seit den Anfängen hat sich einiges verändert: Lina Fleck, zusammen mit Mimi Ebertz und Nanni Klaka Leiterin der Leither von 1946 bis 1966, stellte zunächst noch die eigene Wohnung für Treffen zur Verfügung. Über die Gaststätten „Hoppe“ und „Opalla“ folgte der Einzug in die ehemalige Hollandschule (Fröbelstraße 5), die bis 2011 über Jahrzehnte hinweg die Heimat blieb. Kaffee wurde anfangs noch „gegenüber“ gekocht – dort wohnte Mimi Ebertz.

In die Ferienfreizeit mit einem Bus ohne Türen

Zwar waren die Mittel begrenzt, nicht jedoch das Engagement und die Kreativität der Mitglieder: Tagesausflüge und Ferienfreizeiten für Kinder wurden für kleines Geld organisiert und zahlten sich durch viel Freude zigfach wieder aus – auch wenn der Bus für die Fahrten 1947 noch keine Türen hatte, wie es amüsant in der Festschrift angemerkt ist.

Angebote der Altersstruktur angepasst

Mit der Zeit habe sich auch die Altersstruktur verändert, berichtet Leiterin Löwentat, die 1989 zur Gruppe kam: „Unser jüngstes Mitglied ist 65, viele zwischen 70 und 90 Jahre alt.“ Dieser Entwicklung haben sich auch die Angebote angepasst. Bei gemütlichen Runden mit Kaffee, Kuchen und Musik sind vor allem Vorträge von Referenten gefragt, die sich mit seniorenspezifischen Themen auseinandersetzen, etwa Informationen über Vorsorge, Patientenverfügungen oder Sicherheit.

Zusammenhalt statt Einsamkeit

Nicht zuletzt stellen die regelmäßigen Treffen einen Anlaufpunkt für einsame Menschen dar, ergänzt Awo-Sprecher Christopher Becker: „Sie bieten einen Rahmen, um unter Leute zu kommen. Gleichzeitig vermitteln die Mitglieder der Ortsgruppen Kontakte zu unseren Beratungsstellen, um Fragen zu klären und weitere Bildungsangebote vorzustellen.“

Für die Zukunft ihrer Gruppe hat Löwentat bescheidene Wünsche: „Das alles so bleibt, wie es seit Jahrzehnten ist. Wir sind eine Gruppe, die zusammenhält und viel Verständnis füreinander hat.“

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