Feuerwehr

Oldtimer restauriert

Foto: Ulli Weber

Sein Spitzname lautete damals „starker Paul“ – kein Wunder, denn der Kranwagen KW 16 (Baujahr 1962) hatte Bärenkräfte, konnte bis zu 16 Tonnen in die Höhe ziehen. Das war schon eine große Leistung, und darauf war die Wattenscheider Feuerwehr mächtig stolz. Jetzt feierte ein Teil der ehemaligen Feuerwehrtruppe ein Wiedersehen mit ihrem „Paul“, der 1980 außer Dienst gestellt wurde.

„Das sorgfältig restaurierte Fahrzeug 35 Jahre nach der Ausmusterung in so einem guten Zustand wiederzusehen, das war schon ein tolles Gefühl“, betont Siegfried Wellenberg (72), der gemeinsam mit Heinz Schulz, Heinz-Otto Peter, Fritz Kroll und Dieter Schulz in Erinnerungen schwelgte. „Immerhin hat uns der Wagen über Jahrzehnte bei vielen Einsätzen zuverlässig begleitet, da ist er einem richtig ans Herz gewachsen. Der ,starke Paul’ gehörte schon fast zur Familie.“

Ehemalige fuhren nach Bielefeld

Die Fünf gehörten zu den Berufsfeuerwehrleuten, die 1964 den Lehrgang der Stadt Wattenscheid absolviert hatten. Regelmäßig finden Ehemaligentreffen statt. Und als sie hörten, dass der alte Kranwagen beim Oldtimer-Sammler Ulrich Hanneforth in Bielefeld-Quelle steht, stand schnell der Entschluss fest, dort hin zu fahren. Als Schrottwert hatte er das betagte Fahrzeug vor einigen Jahren aufgekauft und sorgfältig restauriert. „Voll funktionsfähig und eigentlich wie im Originalzustand wiederhergestellt. Da wurden hunderte Arbeitsstunden investiert“, schwärmt Siegfried Wellenberg – Polster, Lackierung, das alte Kennzeichen WAT-204 und sogar der Wattenscheid-Schriftzug samt Stadtwappen an den Türen gehörten auch dazu. Ein echter Hingucker, so war der KW 16 auf Ausstellungen zu bewundern, zuletzt auf der Interschutz 2015 in Hannover.

Der Kranwagen – am 27. Dezember 1962 in Dienst gestellt – war bis 1974 für die Stadt Wattenscheid und nach der Eingemeindung bis etwa 1980 für die Stadt Bochum im Einsatz. Nach dem Verkauf des Kranwagens wurde er als Baustellenfahrzeug bei verschiedenen Firmen eingesetzt, bis er schließlich bei Hanneforth landete und dort völlig instandgesetzt wurde. Siegfried Wellenberg kann sich noch gut an viele Einsätze des damals hochmodernen Magirus Deutz erinnern, er hat auch alte Fotos aufbewahrt. Die Bergung von Unfallautos gehörte ebenso dazu wie etwa das Absetzen von Großtanks bei Privatfirmen, die ihn dafür anmieten konnten.

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