Gastronomie

Neue Runde für die Wattenscheider Eckkneipe „Haus Wiesmann“

Eine geradezu klassische Außenansicht macht das vor nicht allzu langer Zeit  geschlossene „Haus Wiesmann“ an der Hochstraße  in Wattenscheid aus. Hier soll mit „WAT Werk“ neues Leben einziehen.

Eine geradezu klassische Außenansicht macht das vor nicht allzu langer Zeit geschlossene „Haus Wiesmann“ an der Hochstraße in Wattenscheid aus. Hier soll mit „WAT Werk“ neues Leben einziehen.

Foto: Kim Kanert / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  Nach den Erfolgen für die Initiativen „Mittendrin“ und die Urbanisten startet in der Wattenscheider Kneipe das nächste Projekt: „WAT Werk“.

Das war bestimmt keine Schnapsidee. Es haben zur rechten Zeit die richtigen Menschen zusammengehockt, um eine Idee zum Reifen zu bringen. Vielleicht haben sie dabei auch einfach aus dem Fenster gesehen und sind auf der anderen Straßenseite beim traditionsreichen „Haus Wiesmann“ und den verschlossenen Läden vor den Bleiglasfenstern hängen geblieben.

Beim Biere, muss man sagen, und wie dort Wasser, Gerste und Hopfen kamen dort drei kreative Initiativen zusammen. Im WAT-Craft-Laden an der Hochstraße trafen vor gut einem Jahr die Initiative Mittendrin, die Urbanisten und Biermacher Gerd Ruhmann zusammen.

Verein „WAT Werk“ gegründet

Ihr Stammlokal, eher Vereinslokal, wird nun die Eckkneipe, die schon seit 1902 als Gastronomie genutzt wurde und vergleichsweise kurze Zeit leer gestanden hat. Denn Familie Wiesmann stand der Idee von Kulturveranstaltungen, Stammtischen und Workshops an dieser Stelle offen und positiv gegenüber. Damit kann den Wattenscheider Ideenträgern ein Grund gegeben werden, abends wieder einmal vor die Tür zu gehen, das Haus neu belebt werden, und die sieche Wattenscheider Kunst- und Kulturszene eine Initialzündung erfahren.

Um das Projekt auch rechtlich abzusichern, haben sie einen Verein, WAT Werk, aus der Taufe gehoben. Den Vorstand bilden Martin Lenz, Gerhard Ruhmann, Annette Bathen, Jan Bunse, angestoßen haben sie mit 13 Gründungsmitgliedern.

Es soll alte Tradition auf neue Anstöße treffen, „lokale“ Produktion auf globales Denken. Deshalb stammen die Biere, die hier aus der Flasche kommen, auch aus der Region: Fiege, Hövels, Bergmannm, Vormann. „Wir wollen keine abgedrehten, trendigen Sorten. Wir achten darauf, wo das Bier herkommt und welchen Transportweg es bis zur Theke braucht“, macht Gerd Ruhmann deutlich.

Lokale Biergeschichts-Forschung

Er wird hier selbst Hopfen und Malz zusammenbringen, ganz wichtig ist ihm auch der Blick in die Geschichte des Biers der Umgebung. „Die nächste Mälzerei ist in Schalke“, erzählt er, „aber durch die Zahl der Feuerstätten aus alten Dokumenten denke ich, dass auch im alten Wattenscheid gebraut wurde. Nur gibt es keine Belege.“ Für dieses lokale Forschungsprogramm werden Enthusiasten gesucht.

Auf der Suche ist Ruhmann beispielsweise nach einem Bier namens „Koit“ oder „Keut“, einem „kupferfarbenen, dunklen und trüben Bier mit leichter Rauchnote“, beschreibt er, „wie im Mittelalter. Denn helle Biere hat hier erst Fritz Brinkhoff schließlich ab etwa 1900 auf den Markt gebracht“.

Alte Räume neu und anders zu nutzen ist dann treffenderweise auch das Anliegen der Urbanisten, wie im WAT-Craft-Laden. Und die Initiative Mittendrin wollte sich nicht mit dem schlechten Abschneiden Wattenscheids im WAZ-Stadtteilcheck zufrieden geben und gegensteuern. Zu Recht.

Ein digitales Bier-Tasting ist für Freitag, 17. Juli, von 19 bis 20 Uhr, im Haus Wiesmann an der Hochstraße 65, angesetzt. Die „WAT-WERKer“ werden sechs Biere in Flaschen zur Abholung bereit stellen. Zum Tasting am 17. ab 19 Uhr schaltet sich der Interessent per Konferenzlink zu und folgt der Moderation des Sommeliers aus dem Haus Wiesmann. Vorab gibt’s eine detaillierte Beschreibung der Bierstile,von denen es übrigens 65 gibt. Die Biere können am Dienstag, 14. Juli, zwischen 18 und 20 Uhr abgeholt werden. Fragen beantwortet der Seminarleiter unter biermacherbo@gmail.com

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben