Feuer in Günnigfeld

Nach Kellerbrand: Polizei geht von Brandstiftung aus

Sieben Personen wurden über eine Drehleiter aus dem Haus in Günnigfeld gerettet.

Sieben Personen wurden über eine Drehleiter aus dem Haus in Günnigfeld gerettet.

Foto: WTVnews_Weber

Wattenscheid.  Dramatische Szenen am Aschenbruch in Bochum: Starker Rauch schneidet Fluchtweg ab. Feuerwehr rettet zehn Bewohner. Drei Personen leicht verletzt.

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„Hilfe, hier brennt es und die Menschen wollen vom Dach springen!“ So lautete einer von vielen Notrufen, die Freitagmorgen gegen 4 Uhr in der Leitstelle der Feuerwehr Bochum eingingen. „Uns war direkt klar, dass es kein kleiner Einsatz wird“, unterstreicht Simon Heußen, Amtsleiter und Sprecher der Feuerwehr Bochum, die Brisanz.

„Auf dem Dach waren zwar keine Menschen, als die Einsatzkräfte eintrafen, aber in den Fenstern, aus denen sie um Hilfe riefen. Zum Glück konnten wir alle zehn Personen, darunter auch Kinder, retten“, nennt Heußen den wichtigsten Aspekt des Einsatzes am Aschenbruch/Ecke Marktstraße. Auslöser war ein Kellerbrand, der nach aktuellem Ermittlungsstand wohl auf Brandstiftung zurückzuführen ist.

Feuerwehr spricht von „dramatischen Szenen“

Die Szenen, die sich vor und in dem dreigeschossigen Günnigfelder Eckhaus abspielten, bezeichnet die Feuerwehr als „dramatisch“. Dichter Rauch drang beim Eintreffen des Löschzuges der Feuerwache Wattenscheid aus dem Keller und aus Fenstern der Wohnungen. Während sich 25 Bewohner zum Teil nur leicht bekleidet in Sicherheit bringen konnten und auf der Straße standen, schnitt der starke Rauch zehn weiteren den Fluchtweg durchs Treppenhaus ab.

Sieben Personen wurden über eine Drehleiter gerettet, drei von Trupps mit „Brandfluchthauben“ durch den Treppenraum in Sicherheit gebracht. Auch eine Katze und zwei Kaninchen wurden befreit.

Technischer Defekt wird ausgeschlossen

Polizeisprecher Volker Schütte informiert derweil auf WAZ-Nachfrage: „Ein technischer Defekt kann ausgeschlossen werden. Daher gehen die Ermittler von einer Brandstiftung aus und werden weitere Personen befragen.“

Rettungsdienst und Notärzte untersuchten umgehend alle Bewohner mithilfe eines mobilen Blutgasanalysegerätes. Bei zwei Personen wurden erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentrationen festgestellt, beide mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Krankenhäuser gebracht. Der Gesundheitszustand einer weiteren Person verschlechterte sich während des Einsatzes, so dass auch diese in ein Krankenhaus gefahren wurde.

Ein Kellerraum vollständig ausgebrannt

Das Feuer brachten Kräfte aller drei Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr sowie die Löscheinheit Günnigfeld der Freiwilligen Feuerwehr nach knapp 30 Minuten unter Kontrolle. Ein Kellerraum brannte komplett aus. Teile des Brandgutes mussten ins Freie gebracht werden, um alle Glutnester zu löschen. Lüfter kamen zum Einsatz, um das Haus vom Brandgeruch zu befreien. Die Stadtwerke nahmen das gesamte Gebäude vom Stromnetz, die Hauselektrik wurde beschädigt.

Offene Kellertür

„Der Rauch konnte sich so schnell im gesamten Treppenhaus ausbreiten, da die Kellertür über Nacht offen stand. Als die Bewohner flüchten wollten, haben sie ihre Wohnungstüren geöffnet, so dass auch dort der Rauch eintreten konnte und zudem aus den oberen Fenstern des Hauses austrat“, erklärt Heußen weiter. Kellertüren sollten daher nachts immer geschlossen sein.

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