Ausstellung

Multi-Media-Künstler sieht das Revier durch sein Handy

Multi-Media-Künstler Sascha Gorks mit dem Smartphone vor einem seiner Bilder. Fotos:Gero Helm

Multi-Media-Künstler Sascha Gorks mit dem Smartphone vor einem seiner Bilder. Fotos:Gero Helm

  Zwischen Schnappschuss und „Über-Realität“: Sascha Gorks zeigt großformatige Smartphone-Fotos in der Wattenscheider Stadtbücherei.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Da könnten noch viele folgen“, meint Sascha Gorks schmunzelnd in der Wattenscheider Stadtbücherei bei der Vernissage seiner Ausstellung. Und das in mehrfachem Sinne, denn das Handy mit Foto-Funktion hat neben ihm wohl fast jeder parat. Aber nicht jeder Handy-Nutzer macht dann auch solche Bilder, und nennt dann diese erste Präsentation auch noch „Ist das Kunst oder kann das weg? Handyfotografie – (K)eine Kunst?“.

Solo-Premiere

Der Wattenscheider Künstler hat erst einmal breit gestreut bei seiner Solo-Premiere, und so demonstriert, was möglich ist mit den handlichen Apparaten, dargestellt auf unterschiedlichen Materialien für den Druck, etwa Karton, Hartschaum oder Acryl, und unterschiedlichen Rahmen.

Und Bearbeitungen, bei der er eine App bevorzugt, aber auch die Palette ausreizt, die der Rechner zur Vorbereitung und der Digitaldruck in der Produktion noch bieten können. Dabei zeigt sich Gorks noch immer selbst überrascht von der Tiefe und Brillanz der Farben.

Der Güte der verwendeten Kamera-Optik im Smartphone gibt er den Vorzug gegenüber dem reinen „Hochrechnen“ der Pixel auf dem Chip, und rein bei der Auflösung sieht er die Mobiltelefone den Digitalkameras durchaus schon den Rang ablaufen.

„Ruhrpott-Romantik“

Als seine Themen nennt der Medien-Mann Gorks „Überreale Impressionen“ und „Ruhrpott-Romantik“, und die tauchen auch in vereinzelten Motiven auf, sollen aber noch deutlicher thematisiert und gezielter gesammelt werden. So bleibt das Auge des Betrachters am regelrecht romantisierenden Panorama von einer Bergehalde hängen und natürlich an der Darstellung der Himmelstreppe auf dem Rheinelbe-Gelände, monumental wie eine Pyramide.

Schattenrisse vor Gegenlicht, ein makro-artiger Schnappschuss einer Fliege, streng geometrische, regelrechte Still-Leben, aber auch stille Ansichten aus Parkanlagen mit weichgezeichnetem Hintergrund und damit um so fokussierterem Motiv sammelt Gorks auf seinen Streifzügen.

Gröbere Strukturierung

Auch die bewusst gröbere Strukturierung zum Ausdruck eher lichtschwacher Situationen, zu Kleinbild-Film-Zeiten „grobkörnig“ durch Entwicklung, findet als Stilmittel in den Arbeiten von Gorks ihren eigenen Platz.

Die Einladung zog mit gut 30 Neugierigen ungewöhnlich viele Besucher zur Vernissage in der Bücherei an, womöglich, um sich inspirieren zu lassen, was sich aus der „ruck zuck“-Fotografie per Handy alles machen lässt. „(K)eine Kunst?“ darf da ruhig unbeantwortet bleiben.

Eine „Motivklingel“ kann allerdings noch immer kein Smartphone, keine App, allerdings auch keine Kamera bieten, noch nicht einmal als Sonderausstattung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik