Musikalisches Jubiläum

Mühleisen-Orgel gibt seit 40 Jahren den Ton an

V.l.: Bernd Ostmann, Kantor außer Dienst, Kirchenmusiker Detlev Bahr und Pfarrerin Monika Vogt stehen vor der 40 Jahre alten Mühleisen-Orgel in der Friedenskirche.

V.l.: Bernd Ostmann, Kantor außer Dienst, Kirchenmusiker Detlev Bahr und Pfarrerin Monika Vogt stehen vor der 40 Jahre alten Mühleisen-Orgel in der Friedenskirche.

Foto: Gero Helm

Wattenscheid.   Veranstaltungsreihe zum Jubiläum des Instruments der Friedenskirche startet am 17. Februar. Ehemaliger Kantor berichtet über den Bau der Orgel.

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Mitten in der Nacht vom 8. auf den 9. Dezember 1977 erreichte die Straßburger Delegation mit ihrer kostbaren klingenden Fracht doch noch die Wattenscheider Friedenskirche. Bernd Ostmann, Kantor der ev. Gemeinde von 1973 bis 2013, erinnert sich genau an die Ankunft seines neuen „Arbeitsplatzes“ und erklärt: „Der Winter kam beim Transport dazwischen.“

So trafen 1894 Pfeifen, 31 Register, doppelreihige Klaviatur, das Pedalwerk und mehr verspätet ein. Am 26. Februar 1978 war der Auftrag der Orgelbauer der Elsässer „Mühleisen-Manufaktur“ schließlich vollendet: Ostmann ließ an jenem Sonntag erstmals die neue große Orgel feierlich erklingen.

Orgel wird ins Zentrum gerückt

40 Jahre sind vergangen, das imposante Instrument gibt nach wie vor den Ton im evangelischen Gotteshaus an und erhält nun ein Jahr lang besondere Beachtung. Monika Vogt, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid, kündigt an: „Zum Jubiläum wird es eine Veranstaltungsreihe geben, mit der die Orgel ins Zentrum gerückt wird.“ Geplant wurden die Aktionen von Kirchenmusiker Detlev Bahr: „Über das Jahr verteilt folgen verschiedene Formate von Konzerten, über unseren Kinderorgeltag bis zu Projekten mit Jugendlichen.“

Orgelnacht und „Geistliche Abendmusik“

Den Auftakt macht am 17. Februar (Samstag) um 19 Uhr eine Orgelnacht in der Friedenskirche. Mehrere Organisten tragen favorisierte Werke in verschiedenen Besetzungen vor. Eine „Geistliche Abendmusik“ schließt direkt am Sonntag, 18. Februar, ab 18 Uhr an. Chöre aus Höntrop und Günnigfeld sowie das „Vocalensemble“ der Friedenskirche musizieren. Vogt: „Viele Teile der Gemeinde kommen zusammen. Detlev Bahr ist es gelungen, zum Jubiläum einen Querschnitt durch unsere Gemeindearbeit zu präsentieren.

Alte Orgel war störanfällig

Nachdem der reguläre Abendgottesdienst am 25. Februar (18 Uhr) ebenfalls im Zeichen der Mühleisen-Orgel steht und Organist Johann Vexo im Anschluss ein Konzert spielen wird, übernimmt „Ziehvater“ Bernd Ostmann am 3. März wieder Klaviatur sowie Pedalwerk bei der 630. Orgelvesper. Als der Kantor außer Dienst 1973 nach Abschluss seines Examens nach Wattenscheid kam, fand er noch die alte Orgel (Baujahr 1883) in der Friedenskirche vor. Zwar war diese mit der Zeit modernisiert worden, „das Material war jedoch von Anfang an schlecht und das Instrument störanfällig“.

Von Straßburg nach Wattenscheid

Ostmann regte den Neubau an, der 1975 von Presbyterium beschlossen wurde. Durch Besichtigungen des Straßburger Orgelbauunternehmens „war der Funke bereits übergesprungen“. Gemeinsam mit den Bauern disponierte und plante er die neue Orgel nach seinem Geschmack: „Ich habe über 1000 Konzerte auf unzähligen Orgeln gespielt. Mein Favorit bleibt natürlich die der Friedenskirche.“

250 000 DM kostete die Anschaffung inklusive aller Kosten vor 40 Jahren. Den heutigen Wert beziffert Bahr auf „die gleiche Summe in Euro – mindestens“.

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