Theaterszene

Märchen des Morgenlandes trifft auf Ruhrgebiets-Komödie

Die Proben für „Dschinn im Pott“ laufen bereits auf Hochtouren. Insgesamt 13 Schauspieler sind, zum Teil in verschiedenen Rollen, aktiv.

Die Proben für „Dschinn im Pott“ laufen bereits auf Hochtouren. Insgesamt 13 Schauspieler sind, zum Teil in verschiedenen Rollen, aktiv.

Foto: Hans Rosolski

Günnigfeld.   Roman Wieland bringt mit „Dschinn im Pott“ sein zweites eigenes Theaterstück auf die Bühne im Wichernhaus. Aufgeführt wird es Anfang Oktober.

Die Erben ließ er vor zwei Jahren gleich stündlich sterben. Nun hat Roman Wieland (33) ein übersinnliches Wesen nicht nur aus seiner Wunderlampe, sondern auch aus dem fernen arabischen Raum ins Ruhrgebiet verfrachtet: Mit „Dschinn im Pott“ bringt der Wattenscheider sein zweites selbst geschriebenes und inszeniertes Theaterstück auf die Bühne im Günnigfelder Wichernhaus.

Falsch abgebogen: Bochum statt Perserreich

Wer mag wohl verwirrter sein? Der junge Dschinn Aldabar, der sich nicht wie geplant im Perserreich wiederfindet, sondern im ziemlich zeitgemäßen Bochum? Oder Sandra Friedrichs, Mutter von drei Kindern, in deren Wohnzimmer der Flaschengeist auf einmal auftaucht? Die Antwort werden Roman Wieland und sein „Schrägstuhltheater“, bestehend aus zwölf weiteren Schauspielern, gemeinsam am 5., 6. und 7. Oktober geben.

„Viel Arbeit“ sei sein Debüt „Und... stündlich sterben die Erben“ 2016 gewesen, berichtet der Hobbyautor. Auch damals schon schrieb er das Stück, probte und spielte es mit den anderen Schauspielern, kümmerte sich um Kostüme und Kulissen sowie deren Finanzierung. Ein Aufwand, der sich gelohnt habe: „Das Stück war ein Erfolg und ist sehr gut angekommen.“

Einfacher wurde es beim zweiten Streich jedoch nicht: „Wenn man glaubt, man hat manch bekanntes Problem im Griff, kommen neue hinzu. Auch Reibereien in der Gruppe, die immer mal auftreten, im schlimmsten Fall aber auch dazu führen können, dass ein gemeinsamer Weg nicht mehr möglich ist.“

Tatkräftige Unterstützung

Beirren lassen hat sich der 33-Jährige davon nicht; hat wieder Geschichte, Worte und Bilder zusammengefügt. Auch dank erneuter Mithilfe: „Es ist großes Glück, wieder sehr viele Leute dabei zu haben, die schon beim ersten Stück aktiv waren und jetzt wieder tatkräftig unterstützen. Ganz besonders ist für mich, dass es sich diesmal um eine ,Drei-Generationen-Aufführung’ handelt.“ So übernehmen Wielands elfjähriger Sohn und seine Mutter tragende Rollen.

Idee ist gereift

Die Idee für „Dschinn im Pott“ entstammt einer gedanklichen Kollaboration, erzählt Wieland: „Eine Darstellerin, die diesmal leider aus beruflichen Gründen nicht mitmachen kann, hatte sich eine ,Ruhrpott-Komödie’ gewünscht. Ich habe es mit der Märchen-Thematik kombiniert, da ich nichts bereits bekanntes, sondern etwas eigenes schreiben wollte.“ Seiner Fantasie ließ er dabei freien Lauf.

Vereinsgründung wird angestrebt

Dank der erfolgreichen Teilnahme an der Stadtwerke-Bochum-Aktion „Wofür schlägt dein Herz?“ war es Wieland möglich, „eigene Kulissen zu bauen, Technik und Kostüme zu kaufen. Dadurch sind wir nun unabhängiger, was enorm wichtig ist auf dem Weg zur Gründung eines Vereins.“ Das sei das Ziel des Schrägstuhltheaters: „Viele Ideen sind da, ein Konzept auch. Jetzt möchten wir erstmal sehen, dass wir alles auch auf die Bühne bekommen.“ Dann erst werde geschaut, was die Zukunft bringe.

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