Urbane Produktion

Leerstände können mit alternativen Ideen neu belebt werden

Urbane Produktion könnte die Hochstraße wieder beleben. Die „Urbanisten“ haben bis zur Haltestelle Querstraße 15 Leerstände gezählt. Foto:Gero Helm

Urbane Produktion könnte die Hochstraße wieder beleben. Die „Urbanisten“ haben bis zur Haltestelle Querstraße 15 Leerstände gezählt. Foto:Gero Helm

Wattenscheid-Mitte.   Der Verein „Urbanisten“ hat die Hochstraße ins Visier genommen. Ladenlokale könnten von Gründern auch gemeinschaftlich betrieben werden.

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Leerstände von Ladenlokalen nutzen, um diese auf Dauer wieder zu beleben, ist nur eines der Projekt-Ziele der „Urbanisten“. „Urbane Produktion“ heißt das Zauberwort. Ein Zusammenschluss von Engagierten, eben den „Urbanisten“, und den hinter ihnen stehenden Institutionen, etwa die Wirtschaftsentwicklung Bochum (WEG), wollen diese „urbane Produktion“ ankurbeln. Als Startort haben sie die Hochstraße – ab Post bis zur Haltestelle Querstraße – ausgewählt. Hier gibt es 15 leerstehende Ladenlokale.

Die Akteure versuchen, in diesem Gebiet Händler, produzierendes Gewerbe, Handwerk, Dienstleister, aber auch Anwohner, zusammenzubringen und zu vernetzen. Im Fokus haben die „Urbanisten“ vor allem die Leerstände, die „auf längere Sicht auch durch alternative Ideen einer neuen Nutzung zugefügt werden können“, so Kerstin Meyer vom Institut Arbeit und Technik Gelsenkirchen, die ebenfalls im Projekt „urbane Produktion“ mitwirkt.

Straßenzug untersucht

Den Straßenzug Hochstraße haben die „Urbanisten“ im Vorfeld eruiert. Meyer: „Wir sind dabei, Kontakte herzustellen.“ Die ersten Interessierten haben sich bereits gemeldet. Zwei Besitzer von Ladenlokalen sind auf die Akteure zugegangen, haben ihre Leerstände gemeldet und angeboten. Ebenfalls Kontakt aufgenommen haben interessierte Jung-Gründerinnen aus Dortmund. Kerstin Meyer: „Die Frauen können sich vorstellen, gemeinsam ein sogenanntes Food-Labor zu eröffnen.“ Im Klartext: In einem Ladenlokal könnte eine Art Gemeinschaftsküche zum Ausprobieren entstehen. Selbstgemachte Marmeladen oder andere Produkte könnten hergestellt und verkauft werden.

Mieten noch zu hoch

Kerstin Meyer: „Die Gründer könnten sich die Miete teilen und gemeinsam ein Gewerbe betreiben.“ Bisher seien noch keine Verträge zustande gekommen. Meyer: „Die Mieten sind noch zu hoch.“ Eine Idee wäre, über eine Dauer von wenigen Monaten keine Miete, sondern nur Nebenkosten zu erheben, so dass die Gründer Fuß fassen könnten. Kerstin Meyer: „Einen Verlust hätte der Vermieter dann nicht.“

Die „Urbanisten“ sind auf der Suche nach Wattenscheider Unternehmen, die ihre Produkte in einem Showroom präsentieren wollen, um zu zeigen, welche Potenziale Wattenscheid hat.

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