Film

Joswig bildet „Mata Hari“ aus

 Die Schauspieler (v.l.) Nora von Waldstätten, Patrick Joswig und Natalia Wörner mit Produzent Matthias Mertens.

 Die Schauspieler (v.l.) Nora von Waldstätten, Patrick Joswig und Natalia Wörner mit Produzent Matthias Mertens.

  Wattenscheider Schauspieler übernimmt eine Hauptrolle in Doku-Drama. Gedreht wurde in Bückeburg und in Berlin. Film soll 2017 in der ARD gezeigt werden

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In einem Verwirrspiel zwischen Informationen, Staaten, Kriegsgeschehen, Tanz und zweier Protagonistinnen befand sich Patrick Joswig (41). Der gebürtige Wattenscheider stand ab dem 3. November für das Doku-Drama „Mata Hari und Mademoiselle Docteur“ von Kai Christiansen in staatsmännischer, beiger Montur vor der Kamera und stellte die männliche Hauptrolle dar.

„Wir haben bis zum 26. November in Bückeburg auf dem Schloss und in Berlin-Buch gedreht. Ich spiele Major Paul von Roepell, Leiter der Kriegsnachrichtenstelle West in Düsseldorf.“ Natalia Wörner („Mata Hari“) und Nora von Waldstätten („Elisabeth Schragmüller“ alias „Mademoiselle Docteur“) geben die weiblichen Hauptrollen, die trotz aller Unterschiede und Kontraste zueinander finden und offenbar gemeinsame Sache machen.

Einstein-Szenen spielen in Bochum

Margaretha Geertruida Zelle war eine niederländische Nackttänzerin, die als Mata Hari – samt erfundener Legende über ihren Ursprung als indische Tempeltänzerin – für Furore sorgte, unter dem Decknamen „H 21“ zu einer der berühmtesten Spioninnen der Geschichte und gleichzeitig ein propagandistischer Spielball der Großmächte wurde. In ihrem 41 Jahre dauernden Leben lieferte sie damit alle Eigenschaften, die ein Drehbuch voller Windungen, Wendungen und frivoler Verstrickungen benötigt.

Als aus Margaretha zwischen 1903 und 1905 Mata Hari, ein Mythos – ähnlich schleierhaft, wie der von ihr entworfene und vollführte Tanz – wurde, erhielt die Kunst der exotisch-erotischen Entkleidung Einzug ins Paris der Belle Époque. Wann, wie, weshalb und in welchem Umfang sie ihrem Lebenslauf die Tätigkeit als (Doppel-)Spionin während des Ersten Weltkrieges hinzufügte, wird – je nach Version und Sichtweise – unterschiedlich beantwortet.

Eine solch schillernde, vermeintlich frei denkende, unkonventionelle Persönlichkeit wie es Mata Hari war, bedarf eines Gegenpols. Spionage ist kalkulierte Organisation, erfordert nüchtern-analytisches Denken. Eigenschaften, die Elisabeth Schragmüller alias „Mademoiselle Docteur“, Chefin der deutschen Spionageabteilung in Antwerpen, verkörpert. An ihrer Seite agiert Joswig als Roepell, der Mata Hari als Führungsoffizier zugewiesen wurde.

Für den Wahl-Berliner Joswig geht es nach dem erfolgreichen Abschluss der Dreharbeiten u.a. weiter mit der Serie „Einstein“ an der Seite von Tom Beck: „Ich werde fester Bestandteil sein. Einige Szenen werden auch in Bochum spielen, gedreht wird allerdings in Köln“, blickt der Schauspieler voraus. „Einstein“ wird 2017 auf Sat.1 laufen. Das Erste zeigt das Doku-Drama voraussichtlich ebenfalls im nächsten Jahr. Ein genauer Sendetermin steht noch aus.

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