Umweltschutz

Initiative Stadtwald Bochum kritisiert Kahlschlag-Verfahren

So sah es nach dem Kahlschlag am Zeppelindamm aus.

So sah es nach dem Kahlschlag am Zeppelindamm aus.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Höntrop.  Der Verein bemängelt die ausbleibende Aufforstung am Zeppelindamm. Zudem lehnt er weiter die Ansiedlung der Reiterstaffel am Südpark ab.

Der Kahlschlag am Zeppelindamm erhitzte im Herbst 2018 die Gemüter. Damals hatte die Stadt Bochum einen „Waldumbau“ am Zeppelindamm begonnen. Die Planung dazu blieb den parlamentarischen Gremien in den Beschlussvorlagen geradezu verborgen.

Im November 2018 gründete sich daraufhin der Verein Freundinnen und Freunde des Stadtwalds, um sich intensiv für den Erhalt des Stadtwalds und der Schutzflächen im Zeichen des Klimawandels zu kümmern. Aktuell ist er rund 80 Mitglieder stark. Ein sofortiger Stopp des Kahlschlags wurde ausgehandelt, eine mehrreihige Aufforstung und intensive Pflege des zerstörten Teilstückes vom Verein erreicht.

Als Vermittler tätig

Am Zeppelindamm werden in dieser Fäll-Periode nur zwölf, bereits abgestorbene Bäume entfernt, die zum größten Teil auf der Seite zum Pensions-Pferdehof Rüsing liegen, haben die Stadtwald-Sprecher Tobias Dannappel und Volker Müller registriert. Am Zeppelindamm konnte man als Vermittler erstmalig einen direkten Dialog zwischen der Bochumer Verwaltung und dem Landesbetrieb Straßen-NRW erzielen, „der bis heute leider noch unzureichend ist“, schränkt Dannappel ein.

Straßen-NRW habe zugesagt, ebenfalls neue Bäume in erster Reihe zu pflanzen, aber bis heute sei leider nichts geschehen. Eine Anfrage ergab, dass noch in dieser Pflanzperiode bis Februar 2020 nachgepflanzt werden solle.

Erneut Eingriffe am Straßenrand

„Wir sind skeptisch, denn in der letzten Woche war Straßen-NRW wieder ohne Absprache oder Ankündigung mit einer Lkw-Fräse in den Seitenbereichen am Zeppelindamm und Munscheider Damm unterwegs. Jeder neu wachsende Baum, jeder schützender Strauch wird auf dem ersten Meter gnadenlos weggefräst“, hat er beobachtet.

Versiegelung am Südpark befürchtet

Der Stadtwaldverein macht den Südpark und die dazugehörigen Schutzflächen zum zentralen Thema und konnte eine Anregung im Rathaus platzieren. Dieser Anregung wurde mit nur einer Enthaltung stattgegeben, somit muss sich die Verwaltung intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und Antworten liefern.

Kategorisch lehnt der Verein das Bauvorhaben für die Ansiedlung der Polizei-Reiterstaffel ab und zeigt sich kompromisslos. Hinter den Kulissen wurde intensiv mit Vertretern aus Politik, Verbänden, Institutionen und

Vereinen kommuniziert, um eine weitere Versieglung mit Gebäuden, Parkplätzen und Sandflächen von mehr als 20.000 Quadratmetern Schutzfläche zu verhindern.

Aktuell haben mehrere Anwohner Klagen beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen eingereicht, weitere Aktionen wie Demonstrationen mit Vereinen und Verbänden sollen folgen. Weitere umfangreiche Klagen würden aktuell auf den Weg gebracht.

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