Stadtentwicklung

Ideen fürs Quartier sammeln

Nadine Urlacher notierte in ihrem Block, was die Anwohner über ihr Viertel zu sagen hatten.

Nadine Urlacher notierte in ihrem Block, was die Anwohner über ihr Viertel zu sagen hatten.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

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Wattenscheid.  Wie kann Wattenscheid-Mitte ein Zuhause für Ältere sein und bis ins hohe Alter bleiben? Welche Voraussetzungen braucht es, damit sich auch Menschen mit einem Unterstützungs- oder Pflegebedarf weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld zurechtfinden? Gibt es noch die „alten“ Nachbarschaften? Oder können neue Ideen und Ansätze für das Leben miteinander entwickelt werden? Genau das möchte das Projekt „Altengerechte Quartiere.NRW“ in Wattenscheid-Mitte herausfinden.

„Dabei geht es konkret um die Wünsche, Ideen und Bedarfe der älteren Quartiersbewohner – denn sie sind die Experten für ihr Leben und ihr Umfeld. Sie wissen am besten, was sie brauchen, um gut bis ins hohe Alter in Wattenscheid-Mitte leben zu können“, schildert Nadine Urlacher, die das Projekt für den Caritasverband vor Ort betreut. „Doch ohne die Akteure, Vereine und Organisationen aus der näheren Umgebung geht es natürlich auch nicht.“

Von daher werden sie als Multiplikatoren und Kooperationspartner selbstverständlich von Beginn an mit einbezogen und themenorientiert oder projektbezogen angesprochen. Unter dem Titel „Zeigen Sie mir Ihr Viertel“ fanden im März bereits zwei Stadtteil-Spaziergänge statt, die ein seniorengerechtes Viertel in den Fokus rücken sollten. Einmal führte der Weg durch die Innenstadt rund ums Caritas-Zentrum, ein weiterer Rundgang nahm die Südfeldmark in den Blick. Interessierte Anwohner und Nachbarn zeigten der Quartiersentwicklerin Urlacher nun das Viertel rund um den Bismarckplatz. Das größte Problem dort: Die Menschen fühlen sich allein gelassen. Es gebe kaum noch Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, nur ein Arzt und eine Apotheke seien fußläufig erreichbar. Zudem fehlen Treffpunkte, kirchliche Angebote richteten sich oftmals nur an einen alteingesessenen Kreis.

Im Ludwig-Steil-Haus leben Flüchtlinge. Zieht die Kita nächstes Jahr zur Harkortstraße in den Neubau, will die Gemeinde das Gelände veräußern. Die Anwohner hoffen dadurch auf Investitionen und neue Impulse.

Konkrete Vorschläge machte beim Rundgang auch Heike Groß: „Man könnte in der alten Halle der Zeche Centrum einen überdachten Wochenmarkt initiieren, so ein neues Publikum ansprechen.“ Auch die leere Immobilie der Neuapostolischen Kirche könnte als eine Art Stadtteilbüro Leben ins Quartier bringen – nutzbar für Kinder, Jugendliche und Senioren.

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