Stadtentwicklung

Ideen für das neue Süd-Quartier in Wattenscheid wachsen

Der Wattenscheider Bahnhof an der Otto-Straße soll aufgewertet eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des gesamten neuen Quartiers spielen.

Der Wattenscheider Bahnhof an der Otto-Straße soll aufgewertet eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des gesamten neuen Quartiers spielen.

Foto: Gero Helm / Archiv

Wattenscheid-Mitte.  Die Stadtgestalter sehen Chancen für die Gesamtstadt durch die Entwicklung der Flächen am Bahnhof. Ein Tunnel könnte die neue Verbindung bilden.

Zweimal ist das Gewerbegebiet an der Ottostraße gemeinsam mit dem Bahnhof Wattenscheid in jüngster Zeit in den Blickpunkt geraten. Mit den Plänen der Bauhaus-Kette, an der Berliner Straße neu zu bauen, wäre an der bisherigen Stelle des Baumarkts an der Autobahnauffahrt Wattenscheid-West Raum entstanden, und damit Platz für eine komplette Umgestaltung des Areals. Bauhaus zog doch nicht um, aber mit dem lang erwarteten Start der Renovierung und vor allem dem Bau des Aufzugs ist es nun der Bahnhof selbst, der einen Steilpass für die Erschließung des Bereichs „Südliche Innenstadt Wattenscheid“ liefert. Denn die Stadt kauft den Bahnhof bis auf die tatsächlich für den Passagierverkehr relevanten Bereiche, etwa die Gleise.

Längere Zeit schon haben die Stadtgestalter, die parteilose lokale Gruppierung, an der Planung für das gut 30 Hektar große Gebiet südlich gearbeitet. Die Vorlage lieferte ihnen die Idee des Wattenscheider Studenten Nikolas Lange, der gemeinsam mit seinem Freund Tobias Penoni die Vision eines Hochschulstandorts Wattenscheid und eines Campus’ auf dem Feld zwischen Bahnhof und Wilhelm-Leithe-Weg entwickelt hatte.

Tunnel zur Erschließung am Bahnhof

Volker Steude als Sprecher der Stadtgestalter sieht bei einem Ortstermin auf dem Bahnsteig in Wattenscheid die Chancen für Wattenscheid und die Gesamtstadt bei der Entwicklung dieses Gebietes im Zusammenhang mit dem Schwung, der gerade durch die Erschließung des ehemaligen Opel-Geländes Mark 51/7 spürbar ist. „Die Uni ist an ihre räumlichen Grenzen geraten, auch der Hochschulcampus, und die Studierendenzahlen steigen. Hier gibt es einen leistungsfähigen Verkehrsknoten direkt an der Autobahn und an den ÖPNV mit der Hauptstrecke der Bahn mitten im Ruhrgebiet.“ Wobei die Begrifflichkeit „Uni-Campus“ oder „Innovations-Campus“ für ihn inhaltlich nicht weit auseinander lägen.

Kreisverkehr zur Entschärfung der Kreuzung

Die Kreuzung als Verkehrsknoten sollte dazu noch aufgewertet werden, was auch das Konzept des Planungsamtes schon vorsieht, und zwar über einen Kreisverkehr vor dem Bahnhof. Damit würde auch dem Bau eines Tunnels Richtung Süden Vorschub geleistet und könnte die unübersichtliche Kreuzung Bahnhofstraße/Fritz-Reuter-Straße umgestaltet werden. Der Anteil des Individualverkehrs, hatten die Ideengeber überschlagen, könne geradezu problemlos über die Berliner Straße ohne negativen Auswirkungen für die Westenfelder Wohnbebauung direkt zur Autobahn oder in Richtung Hattingen geführt werden.

Für Nikolas Lange und Tobias Penoni ergäbe sich eine optimale ÖPNV-Anbindung. Denn in sechs Minuten wäre die

Essener City erreichbar, in vier Minuten Bochum. Der Weg vom Bochumer Hauptbahnhof bis zur Ruhr-Universität oder der Hochschule Bochum betrage vom Bahnsteig bis zu den Hörsälen derzeit 15 bis 25 Minuten. Der Umstieg auf die U 35 entfiele.

Dabei bringen die Stadtgestalter auch wieder die Nahverkehrsachse vom August-Bebel-Platz über den Bahnhof Wattenscheid und Höntrop Kirche bis zum S-Bahn-Halt in Höntrop ins Gespräch.

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