Sterbebegleitung

Hospizverein stärkt Kooperationen mit Pflegeheimen

Anna Scherer (rechts) ist seit 2017 eine von zwei Koordinatorinnen beim Hospizverein Wattenscheid e.V.

Foto: Gero Helm

Anna Scherer (rechts) ist seit 2017 eine von zwei Koordinatorinnen beim Hospizverein Wattenscheid e.V. Foto: Gero Helm

Wattenscheid.   Zahl der Sterbebegleitungen nimmt zu: Team wurde erweitert, die interne Aufteilung optimiert. So wird der Verein neuen Bedürfnissen gerecht.

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Die Zahl der Sterbebegleitungen ist angestiegen, die Verweildauer von Bewohnern in Pflegeheimen hingegen gesunken. Diesen geänderten Herausforderungen trägt der Hospizverein Wattenscheid e.V. kontinuierlich Sorge. Bestehende Kooperationen mit Einrichtungen werden aufgefrischt, Zuständigkeiten optimiert, das Leitungsteam wurde 2017 verstärkt.

Seit über einem Jahr ist Anna Scherer als Koordinatorin aktiv, kümmert sich im Rahmen der neuen Strukturierung verstärkt um den stationären Bereich. „Ich habe zuvor 13 Jahre lang in Bochum und Wuppertal in stationären Hospizen gearbeitet. Hier in Wattenscheid liegt mein Schwerpunkt auf den Pflegeheimen.“ Christel Müller-Ovelhey leitet und koordiniert den ambulanten Dienst samt Betreuung von Betroffenen zuhause.

Qualität bei der Sterbebegleitung steigern

Um den sich ändernden Bedingungen gerecht zu werden, intensiviert der Hospizverein sechs Kooperationen mit Pflegeheimen, davon vier in Wattenscheid. Der ehrenamtliche Geschäftsführer Siegfried Schirmer informiert: „Diese Vereinbarungen wurden allesamt zwischen 2009 und 2013 geschlossen.“ Wechselnde Leitungskräfte in den Einrichtungen und vor allem eine kürzere Verweildauer von Bewohnern sind Gründe für den Erneuerungsprozess, der ausdrücklich von beiden Seiten gewünscht sei, so Schirmer: „Die Heime sind daran interessiert, sich Qualität bei der Sterbebegleitung in ihre Häuser zu holen.“

Abschiede sind schwer zu verarbeiten

„Heutzutage kommen viele Menschen später in die Heime“, erklärt Müller-Ovelhey. „Tendenziell möchte man so lange wie möglich daheim bleiben. Auch die Unterbringungskosten können eine Rolle spielen.“ Eine plötzliche Krankheit samt Aufenthalt im Krankenhaus könne dann zu einem Bruch des Gewohnten führen, falls eine „Rückführung“ ins eigene Zuhause nicht mehr möglich ist. Anna Scherer fährt fort: „Diesen Menschen fällt es besonders schwer, die neue Situation zu verarbeiten. Sie haben keine Möglichkeit, sich von ihrer Heimat zu verabschieden.“

Akzeptanz erzeugen

Genau hier setzt die Arbeit des Hospizvereins mit seinen 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern an. Es gilt, zu vermitteln zwischen Betroffenen und Angehörigen, um Verständnis und Akzeptanz auf beiden Seiten zu erzeugen. Müller-Ovelhey: „Die Not der Angehörigen ist es, dass sie eine sichere 24-Stunden-Versorgung nicht immer bewerkstelligen können.“ Die Betroffenen wiederum würden aus ihrem Leben, ihrer Nachbarschaft gerissen und müssten viele Abschiede verkraften.

Ehrenamtliche können „Blitzableiter“ sein

Nicht selten fungieren die Ehrenamtlichen daher als „Blitzableiter“, sagt Leiterin Müller-Ovelhey: „Sie übernehmen die Feuerwehr-Funktion, wenn geschimpft und gezetert wird und nehmen so den ersten Druck aus der Beziehung zwischen den zu betreuenden Eltern und ihren Kindern.“

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